Ein nicht zu stopfendes Schlupfloch: Autofahrer nutzen Parkplatz Markusberg immer noch als illegale Abfahrt

Ein nicht zu stopfendes Schlupfloch: Autofahrer nutzen Parkplatz Markusberg immer noch als illegale Abfahrt

Mit einem rabiaten Autofahrer hatte es Trierweilers Ortsbürgermeister zu tun. Der Gemeindechef hatte den Fahrer darauf hingewiesen, dass man am Parkplatz Markusberg die Autobahn nicht verlassen darf. Seit Jahren erfreut sich diese illegale Abfahrt großer Beliebtheit.

Sicher schon seit zehn Jahren ärgert sich Matthias Daleiden. Genauer gesagt ärgern ihn Autofahrer. Und zwar solche, die den Parkplatz Markusberg an der A 64 bei Trierweiler verbotenerweise als Autobahnabfahrt benutzen. Sie tun dies wohl, um ein paar Kilometer Fahrstrecke zu sparen.

Autofahrer greift an

Es ärgern sich zwar auch viele Dorfbewohner über diese zusätzlichen Autofahrer. Doch das ist nichts gegen das, was Ortsbürgermeister Daleiden erlebt hat. Bei einer Walkingtour bemerkte er vor einigen Tagen, wie ein dunkler Audi die Autobahn über die Ausfahrt der Autobahnmeisterei verließ. Daleiden: "Als er auf meiner Höhe war, hob ich gegenüber dem Fahrer spaßig ermahnend meinen Zeigefinger." Kurze Zeit später stoppte der Wagen. Der Fahrer sprang aus dem Fahrzeug, stürzte sich auf den Sirzenicher und schrie los.

Daleiden erklärte ihm, dass er Ortsbürgermeister sei und ein Problem damit habe, dass die Zufahrt der Autobahnmeisterei illegal zur Abfahrt genutzt werde. Diese Auskunft führte letztendlich dazu, dass der Mann die Handgelenke Daleidens umklammerte. Nach mehreren Minuten konnte sich Daleiden befreien und fliehen. "Ich war völlig verängstigt, weil auch niemand in der Nähe war." Matthias Daleiden hat daraufhin Anzeige erstattet. Der Mann hat sich inzwischen gemeldet und in einem Gespräch entschuldigt. Zur Wiedergutmachung hat er an die Kindergärten Sirzenich und Trierweiler jeweils 150 Euro gespendet.

Das Problem mit der illegalen Nutzung der Betriebszufahrt zur Autobahn wird sich offenbar nicht mit einem Gespräch beheben lassen. Bereits 2007 hatte der Chef der Autobahnmeisterei Schweich versprochen, dass eine Lösung für das Tor gefunden wird, damit die illegale Nutzung aufhört (der TV berichtete). 2015 ist diese offensichtlich immer noch nicht gefunden.

Wilfried Valerius ist Chef der Autobahnmeisterei Wittlich und vertretungsweise derzeit auch für die benachbarte Meisterei Schweich zuständig. Er sagt: Die Zufahrt werde in der Regel von den Mitarbeitern verschlossen. "Allerdings sind auch viele Schlüssel im Umlauf. Und wenn diese nicht passen, werden die Tore gewaltsam geöffnet." Alle Versuche, die Tore geschlossen zu halten, seien gescheitert. "Langfristig muss eine andere Lösung gefunden werden."
Bis diese gefunden ist, wird allenfalls die Polizei dafür sorgen, dass der eine oder andere Abkürzer eine längere Erinnerung an die Spritztour über den Parkplatz hat. Dafür sorgen die Kollegen von Johannes Kappes: Die Beamten der Polizeiautobahnstation Schweich kontrollieren in unregelmäßigen Abständen den Rastplatz Markusberg und auch andere Betriebszufahrten wie die an den Rastplätzen Hochwald und Eifel. Sollte dabei ein Abfahrer auffallen, muss er 25 Euro zahlen, sagt Kappes. Denn das Ein- und Auffahren auf Autobahnen ist nur an gekennzeichneten Anschlussstellen erlaubt.

Bei der Ausfahrt am Rastplatz Markusberg auf die K 10 nach Sirzenich/Trierweiler handele es sich lediglich um eine Betriebszufahrt für die Autobahnmeisterei. Dies werde auch an der Beschilderung deutlich. Verboten sei die Benutzung der Zufahrt, da Rastplatznutzer durch auf- und abfahrende Fahrzeuge gefährdet werden. Zudem bestehe die Gefahr, dass die einfahrenden Verkehrsteilnehmer leicht zu Geisterfahrern werden können.

Wichtig für Notfälle

Bleibt die Frage, warum das Tor nicht so verschlossen wird, dass da niemand mehr durchkommt. Die Auflösung: Die Zufahrt wird in Notfällen auch von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten genutzt. Diese haben Schlüssel, um das verschlossene Tor zu öffnen. Doch diese Schlüssel benötigen sie derzeit meist nicht, da auf gar nicht wundersame Weise das Tor offen steht.