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Dorfentwicklung: Ein Ort für die Gemeinschaft

Dorfentwicklung : Ein Ort für die Gemeinschaft

Welschbillig-Ittel hat sein saniertes Bürger- und Feuerwehrhaus eingeweiht. Sogar die Ministerpräsidentin ist gekommen.

Alle feiern in Ittel das sanierte Bürger- und Feuerwehrhaus samt neuem Spiel- und Grillplatz. Doch in dem Gebäude verbirgt sich etwas, das es bis vor einem halben Jahr in der Geschichte des Ortes nicht gab: das erste Feuerwehrfahrzeug. Ein Volkswagen-Transporter aus dem Jahr 1983. Der Lack sieht so neu aus wie das Gebäude, in dem er steht. Früher gab es nur einen Löschanhänger, der von einem Traktor gezogen wurde.

Zur Einweihung am Samstag kam auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Es war das erste Mal, dass ein Ministerpräsident nach Ittel gekommen sei, sagte Ortsvorsteher Hubert Schmitt. „Wir brauchen lebendige Gemeinden“, sagte Dreyer. Dafür seien Ortsmittelpunkte wie Bürgerhäuser wichtig, wo die Menschen zusammenkommen könnten. Das alte Bürgerhaus war sehr in die Jahre gekommen. Schmitt schätzt, dass es in den 60er Jahren gebaut wurde. Es gab Schimmel und keine behindertengerechten Toiletten. Nicht unbedingt ein Wohlfühlort.

Für mehr als 800 000 Euro wurde das Gebäude nun saniert, 50 000 weniger als geplant. 330 000 Euro hat das Land beigesteuert. Der Eigenanteil lag bei 120 000 Euro. Gut ein­einhalb Jahre dauerten die Arbeiten. Es gibt eine neue Küche, einen Beamer und mobile Trennwände. Alles strahlt und glänzt. Würde man es nicht besser wissen, würde man denken, das Haus sei neu. Und bis auf die Mauern ist es das praktisch auch. Das Feuerwehrhaus, welches einen Teil des Gebäudes ausmacht, bekam obendrein einen Anbau, damit das neue Fahrzeug hinein passt. Pfarrer Mario Kaufmann ließ es sich nicht nehmen, es gleich mitzusegnen.

Geschätzt mehr als 200 Menschen kamen am Samstag zur Einweihung, darunter der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land Michael Holstein, der Ortsbürgermeister von Welschbillig Dieter Bretz, der frühere Ortsbürgermeister Werner Olk, ADD-Vizepräsidentin Begoña Hermann, der Beigeordnete Klaus Schmitt und Landrat Günther Schartz.

Das Bürgerhaus hätte nicht ohne die ehrenamtlichen Helfer des Ortes saniert werden können. „Dieses Engagement hat sich in Ittel ganz besonders gezeigt: Die Bürger und Bürgerinnen haben ein außerordentliches Maß an Eigenleistung aufgebracht und sind noch enger als Dorfgemeinschaft zusammengewachsen. Das Bürgerhaus soll die Gemeinde weiter stärken. Das ist eine tolle Leistung, auf die Sie stolz sein können – ich bin es auf jeden Fall“, sagte Dreyer. Einen wichtigen Beitrag zur lebendigen Gemeinde leistet auch die Freiwillige Feuerwehr in Ittel. Dreyer freute sich, dass diese nun ordentliche Räume habe. Landrat Günther Schartz sagte: „Hier in Rheinland-Pfalz und im Landkreis Trier-Saarburg haben wir zum Glück ein funktionierendes Ehrenamt. Unsere Dorfgemeinschaften stimmen noch.“ Fast jeder zweite Einwohner in Rheinland-Pfalz sei ehrenamtlich aktiv, sagte Dreyer – so viele wie in keinem anderen deutschen Bundesland.

Das nächste Ziel für Ittel ist ein Breitbandanschluss. Noch in diesem Jahr soll es so weit sein, sagte Dreyer. Dass sei wichtig, denn „es wird keine jungen Familien geben, die in einen Ort ziehen, in dem es kein Breitband gibt“. Beim Mobilfunk sei die Sache leider schwieriger, da dieser in der Hand des Bundes liege und Lizenzen an Unternehmen versteigert würden. Auch da bleibe die Landesregierung dran.

Das nächste Projekt für den Ortsvorsteher Schmitt und Ortsbürgermeister Bretz ist es nun, wieder einen Supermarkt in die Ortsgemeinde zu holen.