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Ein Paradies für Schnäppchenjäger

Ein Paradies für Schnäppchenjäger

Schnell und unkonventionell hilft seit 25 Jahren der Verein Trierer Nothilfe. Einst zur Hungerhilfe in Äthiopien gegründet, profitieren seit vielen Jahren auch Menschen aus Trier und Umgebung von der Unterstützung.

Trier. Ambrosiusschule, Frauenhaus, die Jugendhilfeeinrichtung Palais: In Trier und Umgebung profitieren viele Menschen von der ehrenamtlichen Arbeit der Trierer Nothilfe. "Und so soll es auch weitergehen", sagt Vorsitzender Friedhelm Biesdorf vor dem 25. Vereinsjubiläum, das am Freitag, 4. Dezember, gefeiert wird.

Für wenig Geld komplett einkleiden



Biesdorf engagiert sich zusammen mit rund 30 freiwilligen Helfern für die Nothilfe.

Im "Laden" in der Thebäerstraße 24 wird auch noch am späten Abend gearbeitet. Der Verkaufsraum ist voller Kleider, Hemden, Pullis und Bettwäsche. Auf 400 Quadratmetern haben die Helfer alles fein säuberlich ausgebreitet und aufgehängt.

In der "Elektroabteilung" kann alles erworben werden, was einen Stecker hat, der Nebenraum steht voller Schuhe - nach Größen sortiert und blank gewienert. Auch Spielsachen, Bücher, Schallplatten, Deckenlampen, Kücheneinrichtungen, Porzellan und ein riesiger Wohnzimmerschrank stehen zum Verkauf. Geschäftsführer Manfred Fritsch ist für die "Holzabteilung" zuständig. Er pflegt und renoviert Tische, Stühle sowie Sessel.

Schnäppchen-Jägern öffnet sich im Laden ein Paradies. Für wenig Geld könne man sich komplett einkleiden, sagt Vorsitzender Biesdorf. Die Einkaufspreise bei der Nothilfe liegen zwischen 50 Cent und fünf Euro. Dies sei auch in "gut bestellten Trierer Kreisen" bekannt, die regelmäßig im Laden einkauften, sagt Biesdorf. Er erklärt das Konzept der Nothilfe: "Wir verkaufen die Sachen, um unsere Projekte zu finanzieren."

Und so bezahlt der Trierer Verein die Brunnen-Bohrung in Namibia ebenso wie den neuen Sand im Sandkasten eines Trierer Kindergartens. Rund 1,3 Millionen Euro hat die Nothilfe in den 25 Jahren ihres Bestehens gespendet. Bei Haushaltsauflösungen oder wenn Kinder ausziehen, werden ganze Wagenladungen an verwertbaren Gegenständen bei der Nothilfe angeliefert. Im Hafen und in umliegenden Kasernen betreibt der Verein Lagerstätten.

Doch nicht alles wird im Laden verkauft: Zweimal im Jahr werden auch Container mit Hilfsgütern beladen, die dann in afrikanische Länder, auf den Balkan oder nach Russland transportiert werden.

Bei der Jubiläumsfeier am Freitag, 4. Dezember, ab 20 Uhr in der Festhalle am Bach unter Schirmherrschaft von Sozialministerin Malu Dreyer tritt die Big Band "Art of Music" mit den Stargästen Shirley Winter, Thomas Kiessling und Helmut Leiendecker auf. Der Eintritt zu der Jubiläumsfeier ist frei.