Theaterstück: Ein Piepmatz für die ganze Familie

Theaterstück : Ein Piepmatz für die ganze Familie

Das Theaterstück „Spatz Fritz“ der Tuchfabrik Trier zeigt Jung und Alt auf humorvolle Weise, welche Werte im täglichen Miteinander wichtig sind.

Die Rahmenhandlung des Tufa-Theaterstücks „Spatz Fritz“ wird erzählt durch Frau Maier, eine verpeilte, junge Lustige, und den Vermieter Herrn Huber, ihr Gegenstück. Wo sie unorganisiert und liebenswert verwirrt ist, ist er zerknirscht und steif. Herr Huber liebt Vögel. Frau Maier dagegen hat gegen Ratten nichts einzuwenden, die Herr Huber verabscheut.
Bei Vögeln jedoch greift sie zu harten Bandagen: Sie zischt und pustet, versucht die Vögel mit dem Regenschirm, den sie immer wieder auf und zu klappen lässt, zu verjagen – erfolglos, versteht sich.

Bei den Kindern jedoch kommen solche Szenen gut an. Es ist nicht die einzige Szene, bei der sie auf ihre Kosten kommen.
Herr Huber und Frau Maier liefern sich wegen der Unordnung im Keller ein Wortgemetzel feinster Sorte („Sesselpupser, Hornochse, Suppenhuhn“), als Frau Maier ihm eine ganz besondere Entdeckung zeigt: Ein verletzter Spatz ist in den Keller gefallen! Wie das bloß passieren konnte? Hier beginnt die Geschichte in der Geschichte über den kleinen Spatz Fritz:
Der kleine Spatz Fritz ist das kleinste Ei im Vogelhaus, erzählt Frau Maier. Herr Huber guckt verwirrt. Was ist ein Vogelhaus?
„Kinder!“, ruft Frau Maier den zahlreichen Kindern im kleinen Saal zu, „zeigt Herrn Huber mal, was ein Haus ist!“
Sofort heben alle Kinder auf der Matte vor der Bühne ihre Arme über den Kopf und formen ein Hausdach.

Als die Geschwister von Spatz Fritz das Fliegen lernen, schwebt auch er mit ihnen über den Bergen und Tälern, bis ein schwarzer Tropfen, womöglich Pech, plötzlich vom Himmel fällt und ihn trifft. Mit verklebten Flügeln landet Pechvogel Fritz im Kellerloch des Vermieters Huber.
Ja, das war es mit der Geschichte, denkt sich der langweilige Herr Huber, und will schon seinen braunen Trenchcoat über den gelben Kurzarmpulli und das Baumfällerhemd ziehen.
„Nein, nein, die Geschichte geht noch weiter. Und dann kamen die Ratten!“
Das lässt sich der furchtsame Herr Huber nicht zwei Mal sagen.
„Ratten!?“ „Ja, Herr Huber“, antwortet Frau Maier, „aber ganz besondere Ratten“.
Die Orchestersuite „Tanz der Trolle“ von Peer Gynt wird eingespielt und dazu raschelt und knistert es in der Box, es wackelt und ruckelt, bis zwei Ratten aus der Kiste kommen, in der noch immer der verletzte Spatz liegt.
„Wir sind die Ra-a-atten, die Ra-a-atten, wir fressen und schmatzen“, singen sie.
Friederike Majerczyk, stellvertretend für Frau Maier, schnüffelt dabei meisterhaft mit verkniffer Nase und ergänzt diese Darbietung mit hysterischem, bösem Gekicher.
Die Ratten sind wie gesagt keine „normalen“ Ratten: Eine wurde zuvor für Versuche an Energy Drinks verwendet, was das Gestotter, die bunten Haare und die aufgedrehte, hyperaktive Art erklärt. Und das hysterische Gekicher.
Die andere Ratte in der Kiste ist eine Schiffsratte, die wegen einem Haiangriff nur noch einen Arm hat, humpelt und waschechtes Hamburgerisch spricht, wie es sich für einen Piraten gehört. Gemeinsam mit einer dritten Ratte, der Leseratte, überlegen die drei, wie sie dem kleinen Spatz Fritz aus der Patsche helfen können.
Der Kleine möchte so gerne wieder fliegen können und bei seinen Eltern und Geschwistern sein, aber mit den verklebten Flügeln kommt er aus dem Kellerloch nicht heraus.
Da bringt auch der alte Seemannstipp von der Piratenratte – „Bisschen Rum und heiß` Wasser drauf“ – wenig.
Im Laufe der Erzählung entwickelt sich der steife, arrogante Herr Huber zu einem begeisterten Erzähler, der vollkommen in seiner Rolle, aber auch in seiner Beziehung zu Frau Meier aufgeht.
Gemeinsam schaffen es letztendlich die drei Ratten, Spatz Fritz mit Hilfe eines Flugapparates (ein zusammengefalteteter Regenschirm) und eines Katapultes (ein Badmintonschläger) aus dem Kellerloch herauszubefördern.
Kurz vor dem Abflug flüstert die Leseratte, mit Abstand die Schlaueste der drei, Spatz Fritz zu: „Hör auf deinen Traum Fritz, dein Traum macht dich stark.“
Am Ende des Theaterstücks ist nicht nur Fritz glücklich. Auch Herr Huber und Frau Maier sind sich plötzlich viel näher und haben ihre Vorurteile durch die gemeinsame Erzählung überwunden.
„Vielleicht könnten wir ja auch mal zusammen eine Tasse Tee ...“, schlägt Frau Maier unsicher vor. Herr Huber ist ganz begeistert von der Idee.
„Und danach könnten wir zusammen meinen Keller aufräumen“, fährt Frau Maier fort.
„Das ist ja auch nicht so einfach“, stimmt Herr Huber ihr zu. Von Vorurteilen keine Spur mehr.
Friederike Majerczyk spielt Frau Maier, die Leseratte und die hyperaktive Ratte. Stephan Vanecek spielt Herrn Huber, die Piratenratte und hat die Kostüme gestaltet.

Für die Bühne und Regie sind Florian Burg und Claudia Cartellieri zuständig.

Die Veranstaltung dauert etwa 45 Minuten.

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