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Ein Plan ist noch keine Lösung

Ein Plan ist noch keine Lösung

Drei Monate bleiben noch bis zum 18. Juli. Bis dahin muss die Stadtverwaltung laut Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) einen "Lärmaktionsplan" aufgestellt haben, der Probleme im Zusammenhang mit dem Verkehrslärm stark befahrener Straßen regeln soll.

Trier. "Wir dürfen keine falschen Hoffnungen wecken", betonte Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani in der Sitzung des Dezernatsausschusses IV. "Mit einem Plan alleine ist noch kein Lärmproblem gelöst!" Wie Anwohner vor dem Straßenkrach geschützt werden könnten, dazu macht die Beschlussvorlage, die Kaes-Torchiani ihrem Gremium präsentierte, tatsächlich keine Aussage. Aufgezeigt werden lediglich die einzelnen Schritte zur Plan-Aufstellung.Nachdem alle belasteten Straßen Triers in Lärmkarten erfasst wurden (TV vom Mittwoch), werden diese jetzt ausgewertet. "Belastungsschwerpunkte" - beispielsweise durch extreme Dezibel-Werte, eine große Anwohner-Dichte oder sehr straßennah verlaufende Wohnhäuser - sollen identifiziert werden. Weil das BImSchG eine intensive Bürgerbeteiligung vorschreibt, will die Stadtverwaltung den Aktionsplan in einer großen Info-Veranstaltung mit den Trierern diskutieren. Danach entsteht ein Entwurf, der mit den sogenannten Trägern öffentlicher Belange (zum Beispiel Polizei, Krankenhäuser, Umwelt- oder Verkehrsverbände) abgestimmt wird.In den Plan eingearbeitet werden zusätzlich die Ergebnisse der Lärmmessungen an den Eisenbahnlinien im Stadtgebiet. Bisher liegen diese Werte, die die Deutsche Bahn zuliefern muss, noch nicht vor. Der fertige Plan muss abschließend vom Stadtrat abgesegnet werden.25 000 Euro sind für dieses Verfahren eingeplant. "Weil wir gesetzlich verpflichtet sind, einen Lärmaktionsplan aufzustellen, kann uns diese Summe auch nicht von der Finanzaufsicht gestrichen werden", erklärte Kaes-Torchiani mit Blick auf den noch nicht durch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) genehmigten Etat.Wie laut es in den Trierer Straßen ist, zeigt unser Extra (rechts). Die Werte sind den offiziellen Trierer Lärmkarten entnommen, die unter www.volksfreund.de eingesehen werden können. "Ab einem Tagespegel von 65 Dezibel empfiehlt das Mainzer Umweltministerium, Lärmschutzmaßnahmen zu prüfen, einen gesetzlichen Grenzwert gibt es für den alten Straßenbestand allerdings nicht", erklärt Volker Ganz vom Kaiserslauterner Ingenieurbüro "Firu", das die Stadt mit der Lärmkartierung beauftragt hatte. Zum Vergleich: Bei Straßenneubauten in Mischgebieten gilt ein gesetzlicher Grenzwert von 64 Dezibel, für neue Wohngebiete liegt der gesetzliche Maximalwert bei 59 Dezibel. Extra Zewener Straße:Triers Krachstraßen Angegeben sind jeweils die durchschnittlichen Dezibel-Pegel vom Tag und in der Nacht sowie die Zahl der KFZ, die täglich durch die Straße rollen. Alle Werte beziehen sich jeweils auf den am stärksten belasteten Abschnitt der Straße. An der Schellenmauer/ Balduinstraße: 62,7 Dezibel (dB)/Tag (T), 53,1 dB/Nacht (N), 15 030 KFZ täglich Aulstraße: (vor der Sperrung der Aulbrücke): 64,1 (dB)/T, 54,9 dB/N, 17 700 KFZ Ausoniusstraße: 62,1 dB/T, 53,2 dB/N, 12 690 KFZ Avelsbacherstraße/Avelertal: 64,8 dB/T, 54,8 dB/N, 19 170 KFZ Bitburger Straße: 67,9 dB/T, 60,4 dB/N, 20 790 KFZ Bonner Straße: 69,3 dB/T, 61,6 dB/N, 15 570 KFZ Christophstraße: 61,1 dB/T, 52,2 dB/N, 10 080 KFZ Franz-Georg-Straße/Parkstraße: 61,2 dB/T, 50,9 dB/N, 12 150 KFZ Friedrich-Ebert-Allee: 60,4 dB/T, 51,5 dB/N, 8640 KFZ Gustav-Heinemann-Straße: 64,0 dB/T, 53,3 dB/N, 11 430 KFZ Herzogenbuscher Straße: 64,2 db/T, 54,6 dB/N, 16 020 KFZ Kaiser-Wilhelm-Brücke: 66,9 dB/T, 57,1 dB/N, 26 730 KFZ Kaiserstraße: 60,3 dB/T, 52,8 dB/N, 15 300 KFZ Kölner Straße: 65,0 dB/T, 57,5 DB/N, 20 520 KFZ Kohlenstraße: 61,7 dB/T, 53,9 dB/N, 16 740 KFZ Kreisel Kohlenstraße: 58,5 dB/T, 48,8 dB/N, 8910 KFZ Lindenstraße: 63,9 dB/T, 54,7 dB/N, 17 010 KFZ Luxemburger Straße: 68,5 dB/T, 61,0 dB/N, 26 730 KFZ Matthiasstraße/Saarstraße: 63,1 dB/T, 54,2 dB/N, 15 930 KFZ Nordallee: 65,0 dB/T, 55,8 dB/N, 21 870 KFZ Olewiger Straße: 64,5 dB/T, 54,9 dB/N, 22 680 KFZ Ostallee: 62,4 dB/T, 53,2 dB/N, 16 470 KFZ Paulinstraße: 63,4 dB/T, 53,8 dB/N, 13 230 KFZ Riesling-Weinstraße: 62,2 dB/T, 52,8 dB/N, 15 390 KFZ Römerbrücke: 61,6 dB/T, 53,1 dB/N, 13 140 KFZ Schöndorfer Straße: 65,2 dB/T, 55,2 dB/N, 20 790 KFZ Südallee: 60,6 dB/T, 52,8 dB/N, 14 760 KFZ Spitzmühle/Metzer Allee: 63,6 dB/T, 54,7 dB/N, 20 970 KFZ Straßburger Allee: 62,8 dB/T, 53,9 dB/N, 14 940 KFZ Theodor-Heuss-Allee: 61,2 dB/T, 52,3 dB/N, 10 260 KFZ Uferstraße (Martins-, Katharinen-, Krahnen-, Johanniter-, St-Barbara-, Pacelli-Ufer): 67,6 dB/T, 59,8 dB/N, 37 530 KFZ Wasserweg: 61,4 dB/T, 52,5 dB/N, 10 800 KFZ Weimarer Allee: 62,1 dB/T, 52,5 dB/N, 12 960 KFZ Zewener Straße: 65,8 dB/T, 58,3 dB/N, 13 500 KFZ Zurmaiener Straße: 67,5 dB/T, 59,9 dB/N, 34 020 KFZ