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Ein Publikum im Gitarrenhimmel

Ein Publikum im Gitarrenhimmel

Feinste Country-Klänge und Rock'n'Roll der alten Schule haben den Ducsaal erfüllt, als der weltbekannte Gitarrist Albert Lee und die "Hogan's Heroes" im Rahmen ihrer Europatournee ein Konzert gaben.

Freudenburg. (alo) Er hat unzählige Preise, darunter den Grammy, abgeräumt, wurde von Eric Clapton als "bester Gitarrist der Welt" betitelt und stand mit Künstlern wie Joe Cocker auf der Bühne: Albert Lee ist eine lebende Legende. Mit seiner eigenen Country- und Rock'n'Roll-Band, den "Hogan's Heroes", ist er nun auf Europatournee. Nun gab die Band im proppenvollen Ducsaal in Freudenburg ein vielbejubeltes Konzert .

Die Herren zeigten eindrucksvoll, dass sie mitnichten zum alten Eisen gehören. Mit erfahrener Gelassenheit, gleichzeitig aber voller Energie, rockten sie sich durch ihr zweistündiges Programm. Dabei gaben sie sowohl eigene Werke als auch Songs bekannter Kollegen wie Carole King zum Besten. Den ganzen Abend stand der Spaß an der Musik für die Band im Vordergrund, und so scherzten sie sich durch den Abend und wirbelten auf der kleinen Bühne herum. Jeder Ton saß, jeder Takt war präzise. Besonders brillant waren ihre Improvisationen, in denen sich die Bandmitglieder zuweilen richtige "Kämpfe" lieferten - zur großen Freude der Zuschauer.

Schnell übertrug sich diese Energie auf das Publikum im Ducsaal, das auf engstem Raum tanzte, dem aber manchmal auch einfach nur der Mund vor Staunen offen blieb. "Er ist einer der größten Gitarristen der Welt. Es ist fantastisch, dass er hier spielt", sagte Thomas Schäfer aus Saarbrücken. Die in Frankreich lebende Karin Schmitt gab ihm recht: "Wahnsinn, wie schnell er spielen kann. Aber auch der Keyborder ist klasse. Ein tolles Konzert!" Vier Fragen an Albert Lee und Peter Baron, Schlagzeuger der "Hogan's Heroes":

Glückwunsch zu Ihrem gelungenen Auftritt! Sind Sie schon früher im Ducsaal aufgetreten?

Albert Lee: Öfter, als ich mich erinnern kann.

Peter Baron: Wir sind jetzt zum vierten Mal hier, das erste Mal war noch in den 90er Jahren.

Was macht den Ducsaal so besonders?

Lee: Der Sound auf der Bühne ist sehr ungewöhnlich, da man durch die ganzen Spiegel drumherum quasi in einer Kiste sitzt. Es hört sich für uns sehr lebendig an.

Gibt es Unterschiede zwischen amerikanischen und deutschen Fans? Schließlich ist der Country-Rock in Deutschland nicht beheimatet.

Lee: Ganz und gar nicht, die deutschen Fans fand ich schon immer klasse.

Herr Lee, Sie waren bereits mit Legenden wie Joe Cocker auf großer Tournee. Sind Ihnen Auftritte vor großem Publikum lieber als in einem kleinen Club?

Lee: Nein, ich mache beides gern. Natürlich ist es unglaublich toll, vor einem großen Publikum zu spielen, und man kann bei allem übertreiben, damit es das Publikum auch mitbekommt. Im kleinen Club bekommt man dafür die Reaktionen der Leute sofort mit. Allerdings ist es schade, dass ich hier meinen Chuck Berry-Entengang nicht vorführen kann.