Ein Radler-Fest für wetterfeste Zeitgenossen

Ein Radler-Fest für wetterfeste Zeitgenossen

WALDRACH. Der "harte Kern" der Fahrradfreunde dieser Region scheint größer als vermutet. Gemeint sind alle, die sich auch von Regen, Wind und relativ niedrigen Temperaturen nicht von einer Ausfahrt abschrecken lassen. So fanden sich am Sonntag einige tausend Besucher zu "Ruwertal aktiv" ein.

Dabei beginnt die Großveranstaltung zwischen Trier-Ruwer und Riveris gestern Morgen wenig verheißungsvoll: Gähnende Leere herrscht zunächst auf der eigens abgesperrten L 149, die von Trier-Ruwer nach Waldrach führt. Immerhin haben sich gegen 10 Uhr gut 100 Interessierte am Fischweg in Trier-Ruwer versammelt, als der Schirmherr Landrat Günther Schartz zur Schere greift und das symbolische Band durchtrennt. Ihm assistieren der erste Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer, Günter Jakobs, Bernward Keiper vom Verein Ruwer-Riesling, Weinkönigin Isabell II, der Landtagsabgeordnete Arnold Schmitt, zahlreiche Ortsbürgermeister aus der VG und Monika Thenot, Ortsvorsteherin von Trier-Ruwer. Viel Schwung nach zähem Start

Anschließend begeben sich die "Offiziellen" mit Pferdewagen oder auf dem Drahtesel auf einen fast ganztägigen Zug durch die Gemeinde. Derweil lässt die große Besucherschar noch auf sich warten. Enttäuschte Gesichter der Wirte und Winzer am Wegesrand in Mertesdorf, Kasel und Waldrach. Sogar in der Waldracher Ruwergasse, dem Zentrum der Großveranstaltung, geht es zur Mittagszeit bei aprilartigem Wechsel von Sonne, Wolken und Regen eher beschaulich zu. Doch gegen 14 Uhr rollen die Radlergruppen in immer dichteren Abständen durch die Orte. Senioren, Familien mit Kindern, Thekenklubs und die meist solo daherrauschenden Rennfahrer und Mountainbiker: Es ist ein buntes Gemisch, das da auf zwei Rädern über die Straße huscht. Ansonsten liegt eine himmlische Ruhe über der Szenerie. Viel lobende Worte der Vorbeifahrenden gelten der Architektur des neuen Rathauses in Waldrach. Von neugierigen Besuchern geradezu gestürmt wird die neue Tourist-Information der VG Ruwer in Kasel. VG-Mitarbeiter Günter Schuh am späten Nachmittag: "Wegen des ständigen Besucheransturms habe ich von ,Ruwertal aktiv' kaum etwas mitbekommen. Aber erfreulich ist das hohe Interesse schon." Zur selben Zeit macht sich in den Gaststätten und Straußwirtschaften entlang der Strecke vorsichtiger Optimismus breit. Es läuft um einiges besser, als ursprünglich befürchtet. "Trotz des unbeständigen Wetters ist nun doch noch relativ viel los", lautet der Tenor in der Waldracher Ruwergasse. Am Ende schätzt der Erste Beigeordnete Günther Jakobs, der Bürgermeister Bernhard Busch vertritt (Urlaub), die Zahl der Besucher auf rund 8000.

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