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Ein schlechtes Zeugnis - was nun?

Ein schlechtes Zeugnis - was nun?

Früher mussten Kinder Prügel befürchten, wenn sie ein schlechtes Zeugnis mit nach Hause brachten. Doch auch heute trauen sich viele Kinder und Jugendliche mit ihren Zeugnisnoten nicht nach Hause oder blocken jedes Gespräch ab. Wie sollten Eltern reagieren? Dies war das Thema der TV-Telefonaktion; ein Pädagoge und ein Schulsozialarbeiter standen Rede und Antwort.

Ich betreue seit anderthalb Jahren ein Mädchen, das nun in der vierten Klasse ist. Sie hat Probleme in Deutsch und Mathe. Von daheim bekommt sie wenig Unterstützung, die Eltern sprechen kein Deutsch. Ich habe nun Bedenken, ob sie die Realschule plus in Saarburg schaffen würde oder ob sie wiederholen sollte. Wolf-Markus Dinklage, pädagogischer Koordinator an der Realschule plus in Saarburg: "Das Wichtigste ist, dass es ein Bindeglied zwischen Elternhaus und Schule gibt. Die Frage ist: Was ist gut für die Entwicklung des Kindes? Es kann sinnvoll sein, ein Jahr zu wiederholen, vor allem, wenn die Deutschkenntnisse noch nicht gut sind. In der weiterführenden Schule ist es wichtig, dass die Eltern in Kontakt mit dem Klassenlehrer bleiben. Eine Ganztagsschule wäre sinnvoll, denn dort gibt es spezielle Fördermaßnahmen und die Kinder erledigen ihre Hausaufgaben während der Schulzeit."Mein Sohn ist in der sechsten Klasse eines Gymnasiums, und sein Zeugnis wird nicht gut. Ich frage mich, ob er die Schule wechseln sollte. Wolf-Markus Dinklage: "Ganz wichtig wäre es, in einem Gespräch mit der Schule gemeinsam mit dem Kind festzustellen, wo die Defizite und die Probleme liegen. So muss herausgefunden werden, was für das Kind am sinnvollsten ist. Generell sollte man lieber früher als später die Schule wechseln, zumal den Schülern an den Realschulen plus alle Wege offen stehen. Es ist ganz wichtig, dass ein Kind Erfolgserlebnisse hat. Daher halte ich es für sinnvoll, der Laufbahnempfehlung der Grundschule zu folgen."Unsere Tochter hat schlechte Noten in einigen wichtigen Fächern. Wie können wir die Sommerferien nutzen, damit sie ihre Lücken schließen kann?Detlef de Graaff, Schulsozialarbeiter an der Kurfürst-Balduin-Realschule plus in Trier: "Ich gehe davon aus, dass der Schulalltag für das Kind stressig ist. Sicherlich kennt es seinen Leistungsstand und weiß auch, was es machen könnte, um bessere Noten zu bekommen. Aber bauen Sie jetzt keinen weiteren Druck auf. Die Ferien sind zur Erholung ganz wichtig. Sie sind da, damit die Schulkinder Abstand gewinnen, sich auf andere Dinge konzentrieren und einfach mal entspannen können. Lernen findet ja nicht nur in der Schule statt, auch in Ferienfreizeiten und im Urlaub kann ein Kind viele wertvolle Erfahrungen machen. Gönnen Sie Ihrem Kind die Erholung und versuchen Sie, es zum Schulstart wieder neu zu motivieren." DQ