Ein schwerer Abschied

Wehmut herrscht derzeit in der Pfarreiengemeinschaft Ensch, Pölich und Mehring: Der beliebte Pastor Matthias Struth hat sich nach vierjährigem Wirken verabschiedet. Pastor Struth wird Jugendpfarrer im Bistum Trier.

Mehring. Als der Abschiedgottesdienst für Pastor Matthias Struth beginnen soll, reicht der Platz in der Pfarrkirche St. Medardus fast nicht aus, um alle Gläubigen aufzunehmen. Während die Winzerkapelle und der Kirchenchor auf der Empore ihren Platz finden, besorgt die Schützenbruderschaft noch einige zusätzliche Stühle. Dennoch - viele Gäste müssen den Gottesdienst im Stehen feiern. Mit Pastor Struth zelebrieren Dechant Berthold Fochs, die Priester Edwin Prim und An-dreas Bronder sowie Diakon Karl-Heinz Lequen gemeinsam die Messe. Pastor Struth, der "Pastor zum Anfassen", kann dazu auch zahlreiche politische Vertreter begrüßen. "Nur ungern lassen wir einen derart kreativen und vor Ideen sprühenden Geistlichen ziehen", sagte Dechant Fox. Auch im Dekanat habe er sich hervorragend eingebracht und neue Akzente gesetzt.

Großes Engagement für die Jugendlichen



Pastor Struth hat vieles in den vergangenen Jahren zum Wohle der Gemeinde geleistet. Das bestätigen sowohl die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Elisabeth Vanecek, als auch Ortsbürgermeister Helmut Reis und die Ortsvereine. Einen besonderen Zugang hatte der Seelsorger zu den Jugendlichen. Er schuf ihnen sogar einen eigenen Jugendraum im Pfarrheim und wusste mit seinem Humor Jung und Alt zu begeistern - sogar für kirchliche Belange. "Er hat nie länger als fünf Minuten gepredigt", hob Reis hervor. "Der Mann war prägend für die Gemeinde und hat in den Vereinen markante Spuren hinterlassen." Die vertrauensvolle und unkomplizierte Art des Geistlichen werde ihm in guter Erinnerung bleiben.

Pastor Struth dankte allen für die gemeinsame Zeit, schob jedoch ein: "Nicht alles ist mir gelungen. Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich nicht alle Erwartungen erfüllen konnte und sich Menschen durch mich nicht verstanden fühlten." Der Abschied falle ihm selbstverständlich schwer. Er sei gerne Pastor in der Pfarreiengemeinschaft gewesen und habe sich an der Mosel wohl gefühlt. "Viele haben mich in meinem Dienst gestärkt und mir geholfen", sagte der 37-Jährige. Nach den Darbietungen der Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten, der Grundschule und dem Jugendchor stimmte die Winzerkapelle das Lied "It's time to say good-bye" an. Im neuen Kulturzentrum "Alte Schule" zeigte Walter Kaufmann vom Verwaltungsrat einen für Pastor Struth gedrehten Film über Mehring und seine Menschen. Zahlreiche Redner dankten dem Gottesmann für die guten Jahre.