Ein Single Malt für die Eifel

Ein Single Malt Whiskey. Nicht aus Schottland, Irland oder Amerika, sondern aus der Eifel. Gibt's nicht? Na und ob! Die Brennerei Faber in Ferschweiler (Eifelkreis Bitburg-Prüm) präsentiert am Montag, 7. Dezember, den ersten "Single Malt Whiskey aus der Eifel". Garantiert selbst gebrannt.

Ferschweiler. (neb) Ein Whiskey aus der Eifel, das ist er zweifelsohne - aber auf gar keinen Fall ein Eifel-Whiskey. "Den tiefsten Schlag, den Sie mir versetzen können, ist, wenn Sie ihn Eifel-Whiskey nennen", warnt Ludwig Faber im TV-Gespräch. Denn der sogenannte Eifel-Whiskey sei ein Obstler aus der Krefelder Kante, und keineswegs mit dem zu vergleichen, was seine Brennerei Faber am Montag, 7. Dezember, im Rahmen einer Präsentation feierlich auf den Markt bringen wird: nämlich den ersten "Single Malt Whiskey aus der Eifel".

Malzig, rauchig mit 46 Volumenprozent



Sieben Jahre hat es gedauert von der einstigen ehrgeizigen Idee, in der auf Obstbrände und Liköre spezialisierten Brennerei in Ferschweiler einen Whiskey herzustellen, bis zum fertigen Produkt. "Man muss einfach kreativ und innovativ sein", antwortet Faber auf die Frage, wie es überhaupt zu der Idee kam, in dem kleinen Traditionsbetrieb einen Whiskey zu produzieren. Gemeinsam mit seinem 2003 verstorbenen Vater habe er anfangs viel herumexperimentiert, verschiedene Malzsorten wurden getestet, immer und immer wieder wurde Neues ausprobiert. "Das sind die Sachen, die mir liegen", schildert der 43-Jährige, der bereits vier Mal den Staatsehrenpreis des Landes bei der Edelbrandprämierung der Landwirtschaftskammer erhalten hat. Tipps zur Whiskey-Herstellung habe er sich nicht geholt. "Da ist die Gefahr zu groß, dass man etwas kopiert", erklärt der gelernte Einzelhandelskaufmann, der den Zwei-Mann-Betrieb in dritter Generation leitet. Ein Jahr lange wurde getestet, 2003 ging die Herstellung des ersten Single Malt Whiskeys made in der Eifel richtig los. Sechs Jahre wurde er in einem Fass aus amerikanischer Weiß-Eiche gelagert, bis er in der übernächsten Woche endlich der Öffentlichkeit vorgestellt wird. 46 Volumenprozent wird die Spirituose dann haben, abgefüllt in Apothekerflaschen. Zunächst einmal werde es eine limitierte Auflage geben, sagt Faber: "Das Ganze ist ein Versuch. Wir werden sehen, wie der Kunde darauf anspricht." 28 bis 30 Euro wird die Halbliter-Flasche kosten - sicherlich eher etwas für den gehobenen Geschmack, räumt der 43-Jährige ein. Eine Kostprobe des Ferschweiler Whiskeys lohne sich allerdings: "Er ist sehr weich", beschreibt Faber, "und er hat den typisch rauchigen, malzigen Geschmack."

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