Ein Theaterbesuch mit Folgen

TRIER-NORD. (jj) Im Kreis ihrer großen Familie feierten Johann und Luzie Heitkötter aus Trier-Nord das Fest der "Diamantenen Hochzeit".

Bei einem Theaterbesuch am 7. März 1943 in Saarbrücken lernten sich die beiden kennen und lieben, nachdem eine gemeinsame Bekannte sie einander vorgestellt hatte. "Ich hatte mich sehr schnell in den stattlichen jungen Mann verliebt, der so unterhaltsam war," erinnert sich Luzie Heitkötter und ihr Mann fügt ergänzend hinzu: "Auch ich war sofort von meiner späteren Frau angetan und wollte sie unbedingt wieder sehen." So kam es wie es kommen musste: Fortan trafen sich der bei der Wehrmacht in Wiesbaden angestellte Trierer und die gebürtige Saarbrückerin alle zwei Wochen in Saarbrücken, wenn Johann über das Wochenende frei hatte. Am 30. November 1943 wurde Verlobung gefeiert. Kurze Zeit später wurde Johann zur Wehrmacht einberufen, wo er seinen Dienst bei einer Dolmetscherschule verrichtete und kollaborierenden Russen Deutsch beibrachte.Sonderurlaub für den großen Tag

Für die Hochzeit am 24. Juni 1944 erhielt er Sonderurlaub. Jedoch währte das junge Glück nicht lange, denn während eines Bombenangriffs der Alliierten im Oktober 1944 wurde ihre Saarbrücker Wohnung zerstört. Luzie Heitkötter wurde anschließend nach Oberfranken evakuiert, während Johann zu seiner Einheit zurückkehrte. Zum Ende des Krieges geriet Johann in Hof/Oberfranken in amerikanische Gefangenschaft, aus der er jedoch nach vier Tagen entlassen wurde und anschließend zu seiner Frau gelangen konnte. Im Anschluss kehrte das Paar nach Trier zurück, wo Johann von den Franzosen dienstverpflichtet wurde und als gelernter Maler deren eroberte Kasernen tapezieren musste. Bereits 1947 legte er die Meisterprüfung im Malerhandwerk ab und arbeitet weiterhin im väterlichen Betrieb in der Thyrsusstraße, den er am 1. Januar 1949 übernahm und bis zu seinem Ruhestand im Jahre 1979 führte. Heute kann das Jubelpaar auf zwei Söhne, fünf Töchter, 14 Enkel und zwei Urenkel zurückblicken. Der Oberbürgermeister der Stadt Trier, Helmut Schröer, überbrachte die Glückwünsche der Stadt und des Ministerpräsidenten, für den Ortsteil gratulierte die Ortsvorsteherin von Trier-Nord, Gabriele Luz 'y Perez.