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Ein Thema spaltet Alt-Heiligkreuz

Ein Thema spaltet Alt-Heiligkreuz

HEILIGKREUZ. Themen wie Verkehr und der Sanierungsbedarf der Grundschule rangierten beim TV -Ortsgespräch unter ferner liefen. Dreh- und Angelpunkt der Diskussion war die Situation der Jugendlichen und die Probleme, die ihre Treffs an Kirchplatz, den Weihern, Bushaltestellen und auf Spielplätzen nach sich ziehen.

Mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger aus Heiligkreuz folgten der Einladung zum Ortsgespräch des Trierischen Volksfreunds in den Pfarrsaal in der Arnulfstraße. Zentrales Thema der von Lokalredakteur Roland Morgen moderierten, zweistündigen Gesprächsrunde war das so genannte "Jugendproblem". Die einen haben Mitleid mit den jungen Leuten, für die es wenig Angebote in Heiligkreuz gibt, die anderen fühlen sich gestört von den täglichen Treffen, die oft in Lärmbelästigung und Sachbeschädigung gipfeln. Zwar berichteten Pastor Georg Goeres und Horst Freischmidt, Geschäftsführer des VfL Trier, über Aktivitäten in Pfarrei und Verein, die aber von den Jugendcliquen nicht genutzt werden. Zwei der betroffenen Teenager, die an der Diskussion teilnahmen, erklärten, dass sie sich nicht als Mitglieder an einen Verein und feste Trainingszeiten binden wollten. Heinz-Jürgen Scholtes, Anwohner in der Arnulfstraße, berichtete von unschönen Vorfällen der Vergangenheit. "Ich dulde die Treffs auf dem Kirchplatz nicht mehr. Wenn ich abends nach Hause komme, will ich meine Ruhe haben", sagte er. Folge sind Anrufe bei Ortsvorsteherin Elisabeth Ruschel und der Polizei. Besonders erzürnt es Scholtes, dass auch der vor einigen Wochen ausgesprochene Platzverweis der Ordnungshüter von den Jugendlichen missachtet wird. Vorschlag: Der Jugend eine Chance

Allein in diesem Jahr sind laut Pastor Goeres bereits Schäden in Höhe von 2000 Euro an der Kirche entstanden, und innerhalb von vier Jahren hätten nur zwei der Übeltäter zu ihren Taten gestanden. Von dem kategorischen Nein der Pfarrei zur Nutzung ihres Jugendraumes zeigten sich die Bürger enttäuscht, die sich für die Einrichtung eines Jugendtreffs aussprachen. Antwort Goeres: "Ich habe das Gefühl, dass viele Eltern ihre Kinder nur sozial verträglich entsorgen wollen. Wir können in wenigen Stunden am Tag aber nicht das gerade biegen, was die Eltern in 24 Stunden nicht schaffen." "Das Gespräch spiegelt genau den Alltag wider", beurteilte Klaus Wagner, SPD-Mitglied im Ortsbeirat, die Diskussion. "Aber man muss zumindest versuchen, den Jugendlichen einen Raum zu bieten." Wie auch einige engagierte Eltern signalisierte er, aktiv dabei helfen zu wollen. Die Suche nach geeigneten Räumen läuft bereits, die Gründung eines Bürgervereins könnte eine unterstützende Maßnahme sein. "Aber dann erwarte ich auch Eigeninitiative und Vorschläge von den Jugendlichen", so Ulrike Konz (CDU), ebenfalls Ortsbeiratsmitglied. Nach etwa anderthalb Stunden kam die Wende in der äußerst regen Diskussion. Neues Thema: Verkehr. Zum einen ging es um die schlecht ausgebauten Bürgersteige an der Straßburger Allee in Richtung Mattheiser Weiher und den Fußgängerüberweg in Höhe der Franz-Buß-Straße, deren Benutzung einige Bürger als "lebensgefährlich" bezeichneten. Zum anderen beschwerte sich Alfons Birrel über Verkehrssünder, die sich in der Rotbachstraße nicht an das bestehende Tempolimit halten würden. Einstimmig wurde Kritik laut, dass die Polizei auch in den neueren Wohngebieten zu wenig Verkehrskontrollen vornehme. Ortsvorsteherin Ruschel, die sich eifrig Notizen machte, will die Probleme an den zuständigen Stellen zur Sprache bringen. Die marode und dringend sanierungsbedürftige Bausubstanz der Heiligkreuzer Grundschule war weiteres Gesprächsthema. Der Handlungsbedarf ist auch im Bürgergutachten festgehalten worden. Allerdings seien mittelfristig bis 2006 im städtischen Haushaltsplan dafür keine Gelder vorhanden, erklärte Stadträtin Waltraud Jammers (SPD). "Der Zustand der Schule ist tatsächlich eine Katastrophe", bestätigte CDU-Ratskollege Ulrich Dempfle. Er berichtete über ein Konjunkturprogramm der Bundesregierung mit zinsgünstigen Sonderkrediten, das die Stadt für Schul- und Straßensanierungen nutzen wolle. Da es sich um ein Kreditprogramm handele, müsse das Geld auch wieder zurückgezahlt werden. Morgen in unserer Serie: Der fromme Stadtteil Heiligkreuz: Nur in der Altstadt stehen mehr Gotteshäuser.