Ein touristischer Faktor

In einem Schuppen in Schweich-Issel baute Manfred Kreusch Anfang der 60er-Jahre ein Boot in Eigenkonstruktion. Heute betreiben er und sein Sohn Christoph in Sichtweite des Fährturms ein Wassersportzentrum, in dem Service für Schiffe bis zu 47 Tonnen geboten werden kann. Auch der Campingplatz der Kreuschs hat sich zu einem touristischen Faktor in Schweich entwickelt.

Schweich. (f.k.) Als Manfred Kreusch mit den Booten begann, war er noch aktiver Wasserskisportler. Schließlich wurde sein Hobby zum Beruf. Partner in der Firma Kreusch & Kreusch ist heute sein Sohn Christoph. Er war 1990 nach Abschluss seines Ingenieurstudiums in das Geschäft eingetreten. In der Sommersaison beschäftigt Kreusch im Bootsservice, auf dem Campingplatz und in der Fährturm-Gastronomie bis zu 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kunden im Baltikum und in Skandinavien

Ebenfalls aktiv im Geschäft ist Lisa Kreusch. "Unser Kundenkreis für die Yachten reicht bis Moskau, Litauen und Norwegen", sagt sie. Das Gros der Kunden komme allerdings aus Mittel- und Süddeutschland sowie aus Luxemburg. Dass die Schweicher Firma auf internationalem Standard arbeitet, belegt ein frisches Zertifikat. Darin zeichnet das "International Marine Certification Institute" in Brüssel das Schweicher Wassersport- und Freizeitzentrum für die Jahre 2007, 2008 und 2009 als Fachbetrieb für Boote, Bootszubehör, Bootsservice und Motorenservice aus. Als Kriterium für diese Zertifizierung gilt etwa die breite Palette der präsentierten Boote und Schiffe verschiedener renommierter Hersteller, wobei auch große und aufwändige Fahrzeuge im Schweicher Yachthafen für einen Probetörn bereitliegen. Der Bootsservice muss die komplette Betreuung "rund ums Schiff" umfassen: Reparaturen, Winterlager, Hafenliegeplätze, Kran und Slipanlage. Ärger über schlechte Verkehrsanbindung

Was die Kreuschs - und ihre Kunden - ärgert, ist die fehlende Verkehrsanbindung. Der Betrieb ist nur über den Campingplatz erreichbar. Helmut Kreusch: "Wir liegen direkt an der B 53. Aber weil es der Landesbetrieb Mobilität so will, bleibt die Leitplanke vor der Halle. Ein Zustand, gegen den die Stadt nach meiner Auffassung nicht entschieden genug vorgeht." Einen "Problemfall" nennt Kreusch seinen Campingplatz "Zum Fährturm". Grund: Das Terrain liegt im Überschwemmungsgebiet der Mosel. Dies wiederum wird zum Handicap, wenn es um die begehrte ADAC-Zertifizierung geht. "Ich bin noch nicht da, wo ich hin will", sagt Kreusch. Dann aber bringt er am Aushang die Vier-Sterne-Auszeichnung an, die der Deutsche Tourismusverband dem Platz für die Jahre 2007 bis 2009 soeben verliehen hat. Kreusch bietet 150 Dauercamperplätze mit Kanal- und Wasseranschluss. Hinzu kommen 150 Kurzzeitplätze und 30 Wohnmobilstellplätze. Zum "runden Geburtstag" veranstaltet die Firma Kreusch am Wochenende eine Bootsausstellung im Wassersportzentrum, der heute um 10 Uhr mit einem Empfang beginnt. Auch Gäste aus Politik und Verwaltung haben ihr Kommen zugesagt.