Kommentar : Ein Trauerspiel

Für die Stadt Trier ist die lange Verzögerung bei der Reaktivierung der Trierer Weststrecke Fluch und Segen zugleich. Denn die Unsicherheit und mehrfache Verschiebung des Starttermins zwingt auch die Verwaltung dazu, ihre Planung und die dafür notwendigen personellen Ressourcen immer wieder anzupassen.

Gleichzeitig verschafft die Verzögerung aber Luft für andere wichtige Projekte der Verkehrsinfrastruktur. 

So ist der Ausbau der Luxemburger Straße erledigt. Auch der Römerbrückenkopf wird sich neu präsentieren, bevor die ersten Personenzüge am Haltepunkt West Station machen. Der Neubau des Kreisverkehrs wird eine der schwierigsten Straßenbauprojekte seit langer Zeit. Mindestens eineinhalb Jahre lang können sich dann die Anwohner der Bonner Straße ansehen, was ihnen blüht, wenn der Haltepunkt Kaiser-Wilhelm-Straße gebaut und im Anschluss ihre marode Straße saniert wird. Notgedrungen wäre das bei Einhaltung der ursprünglichen Zeitplanung für die Weststrecke schon in den nächsten Monaten passiert.

Es ist müßig, darüber zu spekulieren, ob das zu schaffen gewesen wäre. Klar ist jedoch, dass die Kosten für die Strecke durch die Verzögerung explodieren. Von den 2016 genannten 40 bis 45 Millionen für das Land ist jedenfalls schon lange keine Rede mehr.

r.neubert@volksfreund.de