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Ein Trierer ist erfolgreich im Bundesmathewettbewerb

Bildung : Die vielen verschiedenen Wege zum Ziel faszinieren ihn

Ein Trierer Schüler hat erfolgreich am Bundeswettbewerb Mathematik teilgenommen. Philipp Lörcks (14) aus Tarforst schaffte es bis in die Finalrunde.

Insgesamt 1178 Jugendliche aus ganz Deutschland haben sich am Bundeswettbewerb für Mathematik beteiligt, aus Rheinland-Pfalz kamen 56 von ihnen. Fünf Rheinland-Pfälzer erreichten die Höchstpunktzahl in der vorletzten Etappe des Wettbewerbs. Nach zwei Hausaufgabenrunden standen die Besten aus dem Land fest. Die Gesamt­bilanz: Fünf Schüler aus Trier, Koblenz, Kaiserslautern, Mainz und Alzey bekamen einen ersten Preis, einer den zweiten und zwei Nachwuchsmathematiker einen dritten. Diese acht jungen Mathe­talente wurden bei einer digitalen Preisverleihung ausgezeichnet.

Philipp Lörcks hatte im Wettbewerb auf Landesebene die höchste Punktzahl und zog in die nächste Runde ein. Der 14-jährige Schüler besucht die neunte Klasse des Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums und lebt mit seinen Eltern sowie drei Geschwistern in Trier-Tarforst.

 Philipp Lörcks aus Trier erreichte im Mathe­wettbewerb auf Landesebene die höchste Punktzahl.
Philipp Lörcks aus Trier erreichte im Mathe­wettbewerb auf Landesebene die höchste Punktzahl. Foto: TV/privat

Mit so einem guten Ergebnis in einem allgemein eher unbeliebten Fach wie der Mathematik schon so früh erfolgreich? Da drängt sich die Frage auf, worin diese Faszination für Zahlen und sein frühes Talent wurzeln. „An der Mathematik faszinieren mich schon immer das Logische und das Abstrakte“, erläutert Lörcks. „Es gibt immer eine eindeutige Lösung, aber meistens viele verschiedene Wege zum Ziel. Meine ersten Wettbewerbe wie der sogenannte Känguru-Wettbewerb oder die Mathe-Olympiade haben definitiv auch ihren Teil dazu beigetragen.“

Die Teilnahme am Wettbewerb beschreibt er auf folgende Weise: „Der Bundeswettbewerb ist in den ersten beiden Runden ein Hausaufgabenwettbewerb. Man hat jeweils drei Monate Zeit, um vier knifflige Aufgaben aus der Elementarmathematik zu lösen.“ Dabei komme es weniger auf Vorwissen, als auf die Lösungsmethoden an. Die Aufgaben umfassen ein breites Spektrum mathematischer Spielarten. Sie zielen darauf ab, das eigenständige Denken sowie die kreative Er­mittlungs­fähigkeit der Mädchen und Jungen zu trainieren und abzufragen.

In der dritten Runde gibt es dann ein einstündiges Fachgespräch mit je einem Vertreter von Universität und Schule. Statt um das einfache Lösen von Aufgaben gehe es nun mehr um mathematische Grundkonzepte, sagt Lörcks. Hier werden die Bundessieger ermittelt und auch eine vorläufige Prognose darüber getroffen, wer später mal ein guter Mathematiker werden könnte. Bundessieger werden nämlich „automatisch in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen“, berichtet der Trierer.

Und was brachte den jungen Mann auf die Idee, bei diesem Wettbewerb anzutreten? Zum Ende der sechsten Klasse sei sein Lehrer auf ihn zugekommen, erzählt der Gymnasiast, und er habe danach mehrere kleineren Wettbewerbe absolviert. „Mir hat das Lösen der Aufgaben und das Treffen mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der dritten Runde so gut gefallen, dass ich dieses Jahr wieder teilgenommen habe.“

Ihm sei wichtig, zu erwähnen, dass die Zahl der Preisträger nicht begrenzt ist. Die erreichte Stufe hänge von der Anzahl der korrekt gelösten Aufgaben ab. Neben dem 14-Jährigen haben noch vier andere rheinland-pfälzische Schüler einen ersten Preis errungen, und deutschlandweit seien es 78 Schülerinnen und Schüler.

Vor der abschließenden Wettbewerbsrunde im Februar sagte Philipp Lörcks, dass ein bisschen Aufregung immer auch mit dazugehöre bei einem großen Wettbewerb, bei dem man viel gewinnen kann. Denkblockaden seien schließlich immer möglich. Die Prüfer seien aber sehr hilfsbereit. Zudem gibt es am Anfang eine obligatorische Warm­mach­phase, die zehn Minuten dauert und in der es nicht um Mathematik geht.

Um sich vorzubereiten, hat Lörcks ein Skript zum Thema Algebra gelesen, das von abstrakten Strukturen und Abbildungen handelt. „Generell ist, denke ich, die beste Vorbereitung, gut ausgeschlafen mit ein, zwei Themen in das Gespräch zu starten“, sagt er.

Bei der großen Finalrunde, einem Kolloquium im Februar, gehörte Philipp Lörcks zwar nicht zu den Bundessiegern, freute sich aber über einen Anerkennungspreis.

Zuletzt wollten wir noch wissen, was das Mathematiktalent aus Trier für die Zukunft plant. „Nach der Schule will ich auf jeden Fall Mathe studieren“, berichtet Lörcks. „Wo es dann beruflich innerhalb der Mathematik hingeht – ob Lehre, Forschung oder Wirtschaft –, das weiß ich jetzt noch nicht.“

Die erste Runde des Mathewettbewerbs 2021 ist bereits gestartet. Aufgaben und Anmeldebögen stehen online unter www.bundeswettbewerb-mathematik.de zum Download bereit. Junge Mathe­matik­fans können ihre Lösungen noch bis zum 8. März einsenden.