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Ein Trierer sorgt für sauberes Wasser in Ruanda

Ein Trierer sorgt für sauberes Wasser in Ruanda

Trier/Byumba. Der Trierer Wasserexperte Oliver Kopsch war elf Tage in der Diözese Byumba im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda. Seine Aufgabe war es, mit Hilfe von Spendengeldern aus Rheinland-Pfalz die Wasserversorgung in Byumba zu verbessern.

Ruanda ist eines der ärmsten Länder in der Dritten Welt. Aber regenarm sei es nicht, betonen der Trierer Ruanda-Aktivist Gottfried Nyssen und Oliver Kopsch. Das Problem ist, dass der Regen periodisch fällt. In der Regenzeit wird das Land überschwemmt und in der restlichen Zeit herrscht Dürre. Zudem ist die Qualität des Trinkwassers miserabel, die Folgen sind Erkrankungen und eine extrem hohe Anzahl von Sterbefällen gerade bei Kleinkindern. Bei seinem ersten Besuch in Ruanda installierte Oliver Kopsch eine Anlage zur Destillation von Wasser. Sie soll garantieren, dass das benötigte Wasser im Gesundheitszentrum von Byumba frei von Bakterien ist. "Denn was helfen die besten Medikamente, wenn sie mit verschmutztem Wasser eingenommen werden", sagt Kopsch. Die Anlage wird mit Solarzellen betrieben und ist somit von der Stromversorgung unabhängig. Daneben montierte der Trierer Wasserexperte spezielle Dusch- und Wasserhahnköpfe, die beim Wassersparen helfen, denn sie verbrauchen 40 Prozent weniger Wasser als herkömmliche Köpfe. Doch dabei soll es nicht bleiben, das Ziel ist es, für die Zukunft eine autarke Wasserversorgung aufzubauen. Dabei ist es wichtig, dass die Menschen vor Ort in das Projekt eingebunden werden. "Sie müssen die Anlage ja bedienen", erläutert Kopsch. Deshalb müsse man die Menschen schulen und ihnen zeigen, wie die Anlage funktioniert. Die Pläne für die Wasserversorgung entstehen in Trier, jedoch die Menschen vor Ort müssen sie umsetzen. Deshalb laute die Devise "teach the teacher", was bedeutet, dass die Menschen in Ruanda geschult werden müssen, damit sie in Zukunft die Anlage bedienen können und ihr Wissen weitergeben. Dies entspreche dem Grundsatz "Hilfe zur Selbsthilfe", nach dem seit Jahren versucht wird, den Menschen in dem zentralafrikanischen Partnerland zu helfen. In Zukunft soll das Regenwasser aufgefangen, gespeichert, gesäubert und in der regenarmen Zeit verwendet werden. Das Auffangen des Regenwassers hat dabei noch einen anderen wichtigen Aspekt, in der Vergangenheit kam es immer wieder durch die starken Regenfälle zu Erosionen. Eine Voraussetzung ist das Anbringen von Regenrinnen, die derzeit an den meisten Gebäuden fehlen.