Ein Urgestein der Musikszene

Ob als Elvis-Imitator, Schlagersänger oder Mitglied der Trierer Band Blues Aorsch: Wolfgang Peter Würthen, auch unter seinem Künstlernamen Wolf Peters bekannt, ist in vielen Musikrichtungen unterwegs.

Trier. Mit 15 Jahren hat Wolfgang Peter Würthen das erste Mal auf einer Musikbühne gestanden. Seitdem lässt ihn die Musik nicht los. Als gebürtiger Kölner, den es in den 1950er Jahren nach Bitburg verschlug, versteht er es, sein Publikum nicht nur mit seiner Gesangsstimme zu unterhalten. "Gögi", wie er auch genannt wird, beherrscht Schlagzeug, Gitarre, Bass und Keyboard und hat in seinem Leben so manche Band gegründet und wieder aufgelöst.
Menschen ganz nah


"Aus einigen bin ich auch rausgeflogen, weil ich manchmal eine zu große Klappe habe", gibt der Mann mit der rheinländischen Seele lachend zu. Doch gerade diese Art öffnete ihm woanders Türen. Ob in regional bekannten Formationen wie der Alb Hardy Tanz- und Showband oder bei The News - immer gab es Möglichkeiten, mit verschiedenen Formationen auf der Bühne zu stehen.
"Ich bin nicht auf einen bestimmten Stil festgelegt. Wenn du Musiker bist, spielst du, was das Publikum verlangt", sagt Würthen, der den Wechsel zwischen Karnevalsmusik, deutschem Schlager bis hin zu deftigem Rock - wie derzeit bei Blues Aorsch - ohne Wimpernzucken vollzieht.
Dass das Musikgeschäft hart ist, war ihm von Anfang an klar, und er hat sich nie auf eine Karriere in diesem Metier verlassen. Würthen hat in Freiburg unter anderem Rechtswissenschaften studiert und ist noch heute in seiner eigenen Firma als Immobilienwirt tätig. Die Musik war für ihn immer ein Nebenerwerb.
Dabei gab es durchaus verlockende Angebote. Als er Ende 20 war, wollte ihn eine Band als Schlagzeuger mit ins amerikanische Tennessee nehmen. "Aber wer weiß, was dann aus mir geworden wäre", sagt der bodenständig gebliebene Würthen, der bis heute Nichtraucher ist und auch mit Drogen nie etwas im Sinn hatte.
Eine besondere Leidenschaft hegt der 65-Jährige für Elvis. Für Geburtstags- und Jubiläumsfeiern lässt er sich mit seiner Elvis-Show buchen. Eines seiner Kostüme hat er sich in den USA anfertigen lassen. Darüber hinaus ist er mit seiner Tanzband Musikbox unterwegs. Dass die Buchungen von Live-Musikern für private Feiern in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen sind, bedauert er.
"Vor 20 Jahren haben wir dreimal wöchentlich auf Geburtstagen gespielt, heute vielleicht einmal im Monat. Die Leute geben für Live-Musik kein Geld mehr aus und legen auf ihrer Feier lieber eine CD ein." Doch Gögi Würthen ist Vollblutmusiker: "Solange ich gesund bleibe, mache ich weiter."

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