Ein Wein, der alle glücklich macht

Ein Wein, der alle glücklich macht

Der Weinjahrgang 2007 macht alle glücklich: die Weinfreunde und Konsumenten, die Winzer und die Fachpresse. Einen ersten Eindruck von der Qualität des "Neuen", der größtenteils in Flaschen gefüllt ist, erhielten Fachbesucher und das "normale Publikum" gestern bei der Riesling-Präsentation der Weingüter des Bernkasteler Rings in Kloster Machern.

Bernkastel-Wehlen. (sim) Das "Handwerkszeug" eines Verkostungsprofis besteht aus einem Glas, einem Notizblock und einem Kugelschreiber. Hochkonzentriert schnüffelt er am Glas, nimmt einen kleinen Schluck, lässt ihn über Gaumen und Zunge gleiten und spuckt ihn dann wieder in einen Behälter. Seine Geruchs- und Geschmackseindrücke notiert er gewissenhaft auf ein Blatt Papier, damit er sich später noch an diesen oder jenen hervorragenden Tropfen erinnern kann. Gestern tummelten sich mehrere Dutzend solcher Verkostungsprofis im Barocksaal des Klosters Machern, unter ihnen Fachjournalisten, Weinkommissionäre, Fachhändler und Gas-tronomen. Sie verkosteten von 11 bis 13 Uhr zahlreiche der über 200 Gewächse, die 28 Weingüter des Bernkasteler Rings präsentierten. Danach konnten sich "alle Weinfreunde", es dürften um die 300 gewesen sein, zum Preis von 30 Euro durch das Jahr 2007 probieren. Einer der "Profis" ist Joachim Dünweg aus Neumagen-Dhron. Dünweg ist Weinkommissionär, der mit einem halben Dutzend Kollegen bei den Auktionen des Bernkasteler- und des Großen Rings für Kunden aus aller Welt Spitzenweine der Mosel ersteigert. Und Dünweg wird in den kommenden Tagen seinen Kunden fast ausschließlich Positives über die 2007er Gewächse des Bernkasteler Rings berichten. "Ein typischer, ein echter Riesling-Jahrgang mit einer gewissen Leichtigkeit, einer hervorragenden Fruchteleganz und hochfein in seiner Zusammensetzung", schwärmt Dünweg. Sein Kollege Elmar Bergweiler aus Bernkastel-Wehlen, ebenfalls ein einflussreicher Kommissionär, stimmt zu: "Der 2007er ist eine sehr angenehme Überraschung. Es ist ein Jahrgang, der in jeder Qualitätsstufe was zu bieten hat. Auf den haben die Weingüter gewartet."Das Erfreuliche für Winzer und Konsumenten: Die 2007er Mosel-Rieslinge sind etwas leichter als die aus dem Vorgänger-Jahrgang, und er hat den Winzern auch eine ausreichende Menge beschert. Der Bremer Ratskellermeister Karl-Josef Krötz, der jedes Jahr zur Jahrgangspräsentation kommt, freut sich, dass die "Alkoholschraube" nicht weiter angezogen wurde - soll heißen, die neuen Rieslinge präsentieren sich leicht und mineralisch, aber dennoch "dicht und aromatisch". "Ein Wein", so Krötz, "der die Weinfans in aller Walt faszinieren wird."