Ein Wein ist kein Schnitzel

Mit einem Freund aus alten Tagen trank ich eine gute Flasche Wein. "Ein klasse Tropfen.

So muss ein Riesling sein", schwärmte ich nach dem ersten Schluck. Dann stellte er eine Frage, die mich überraschte und die dennoch die Frage aller Fragen ist: "Wie erkennt man eigentlich einen guten Wein und wie ein schlechten?" Ich antwortete spontan: "Wenn der Wein dir schmeckt, ist er gut, wenn nicht, ist er eben schlecht." Doch mit dieser simplen Antwort wollte sich mein Freund nicht abspeisen lassen. Weil ich weiß, dass er ein Feinschmecker ist, aber von Wein keine Ahnung hat, fragte ich ihn: "Wie erkennst du ein gutes Wiener Schnitzel?"Sofort legte er los: Ein gutes Wiener Schnitzel muss selbstverständlich vom Kalb sein, die Panade knusprig und das Fleisch weich - außen buttrig und innen zart und saftig und, und, und...Jetzt war ich wieder gefordert und musste feststellen: Ganz so einfach ist es beim Wein nicht. Ich versuchte es mit dem Wort "typisch". Für einen Riesling sind Aromen typisch, die an Pfirsich, Aprikose oder Ananas erinnern, ein "typischer" Spätburgunder hat einen leicht süßlichen Duft nach roten Früchten wie Erdbeere, Kirsche und Brombeere. Die Weinfrage war damit aber noch nicht beantwortet. Denn neben der Weinqualität kommt es auch auf die Qualität des Konsumenten an. Will er wissen, wie ein guter Wein schmeckt, muss er sich informieren, jeden Wein bewusst verkosten, vergleichen und stets dazu lernen. An Übungsmaterial mangelt es an der Mosel nicht: Es gibt viel zu verkosten und zu lernen. Diese und andere Kolumnen finden Sie im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>. Kolumne Auslese

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