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Ein Wohlfühl-Ort für den Lebensabend

Ein Wohlfühl-Ort für den Lebensabend

Altersheim, Senioren-WG oder doch im eigenen Haus wohnen bleiben? Diese Frage für sich selbst zu beantworten, geht nicht im Schnellverfahren. Die Seniorenbeauftragten der Verbandsgemeinden Trier-Land und Schweich plädieren daher für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit diesem Thema.

Schweich/Trier. (ags) Wie will ich im Alter wohnen? Diese Frage hat Herta Kartheiser, Seniorenbeauftragte der Verbandsgemeinde Trier-Land, für sich selbst schon überdacht. In ihrem Bekanntenkreis sei die Idee entstanden, gemeinsam ein großes Haus zu kaufen - allerdings mit getrennten Wohneinheiten. "So hat jeder seine Privatsphäre", sagt die 57-Jährige. "Gleichzeitig ist jedoch auch ein Begegnungsraum geschaffen."

So konkret ihre Idee bereits sein mag, in ihrer Verbandsgemeinde stellt die Seniorenbeauftragte fest, dass sich die Menschen noch nicht genug Gedanken über dieses Thema machen. "Und dabei ist es ein wichtiges Thema", betont sie. Die Vorbereitungen und Überlegungen diesbezüglich seien nicht innerhalb kurzer Zeit getan.

Nicht alle wollten gerne in ein Altenheim. "Bei den Senioren, die ich betreue, ist die Haltung gegenüber Altenheimen eher ablehnend", erzählt sie. "Sie wollen in ihrer gewohnten Umgebung wohnen, solange es eben geht." Eine Einstellung, die Kartheiser gut nachvollziehen kann. Einige Altenheime seien an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigeplant. Die Pflege wolle sie aber ausdrücklich nicht kritisieren. "Die Senioren werden dort gut versorgt, aber individuelle Bedürfnisse kommen oftmals zu kurz." Darüber hinaus sei die Frage des Wohnens auch mit der Frage der Finanzierbarkeit verbunden. "Ein Heimplatz ist nicht billig", erklärt Alfons Köhnen, Seniorenbeauftragter der Verbandsgemeinde Schweich. Viele Menschen hätten zwar eine Pflegestufe, die etwa die Hälfte der Kosten abdecke. "Aber der Rest geht ans Eingemachte."

Senioren als Zielgruppe entdeckt



Er appelliert daher regelmäßig an die Senioren, mit denen er zu tun hat, sie sollten sich "frühzeitig Gedanken machen". Alternative Möglichkeiten könnten bei diesen Überlegungen ebenfalls eine Rolle spielen. Beispielhaft nennt der 70-jährige Köhnen ein Wohnprojekt in Greimerath (VG Kell am See), wo Senioren in einer Art Wohngemeinschaft zusammenlebten. Die Seniorenbeauftragte der VG Trier-Land, Herta Kartheiser, bewertet indes positiv, dass die Belange der älteren Menschen in den vergangenen Jahren mehr und mehr an Beachtung gewonnen hätten. Gesundheitswesen, Reiseveranstalter, Versicherungen hätten die Senioren als Zielgruppe für sich entdeckt. Das Thema dürfe auch in Zukunft nicht mehr in den Hintergrund rücken. "Ich wünsche mir, dass die Politik weiterhin unterstützend wirkt und bei dem Thema am Ball bleibt", sagt Kartheiser. "Der Anfang ist gemacht, in Zukunft müssen wir mit Energie dranbleiben."