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Ein Zaun für Sauberkeit und Ordnung

Ein Zaun für Sauberkeit und Ordnung

Herumliegender Müll, zerstörte Lampen, zerbrochene Flaschen. Damit soll nun endgültig Schluss sein auf dem Gelände des Stefan-Andres-Schulzentrums in Schweich.

Schweich Ein zwei Meter hoher Zaun soll es richten. Seit mehr als einem Jahr wird darüber gesprochen, dass eine Barriere das Schweicher Schulzentrum mit Gymnasium und Realschule plus besser vor Zerstörung und Vermüllung schützt (der TV berichtete). Nun wird es konkret. Der Bauausschuss des Kreistags Trier-Saarburg hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema beschäftigt. Ziel ist es, einen anthrazitfarbigen Stab-Gitterzaun zu errichten. Entlang der Stefan-Andres-Straße wird vor dem Zaun eine Hecke gepflanzt werden, die immer wieder unterbrochen wird. So bleibe laut Vorlage "auf Augenhöhe Einblicke auf die Gebäude" erhalten (siehe Grafik). Gut 100 000 Euro anstelle der ursprünglich geplanten 70 000 Euro soll das Vorhaben kosten. Dazu sagt Martina Bosch, Sprecherin der Kreisverwaltung Trier-Saarburg: "Die Zaunanlage soll nun zügig ausgeschrieben und realisiert werden. Die Fertigstellung ist für März 2018 geplant."
Nötig geworden ist der Zaun wohl auch deshalb, weil sich der Schulstandort in den vergangenen Jahren rasant vergrößert hat. Seit 2011 sind dort rund 15 Millionen Euro verbaut worden. Dadurch ist unter anderem Platz für Schüler geschaffen worden, die das 2009 gegründete Gymnasium besuchen. Eine Konsequenz der Bautätigkeit ist die Tatsache, dass dort Flächen entstanden sind, die nicht mehr von der Straße aus einsehbar sind.
Im dann umzäunten Gelände sind das Gymnasium und die Realschule plus beheimatet. Realschulrektor Jürgen Nisius geht davon aus, dass allein ein Zaun nicht ausreichen wird, damit die Vermüllung komplett aufhört. Die sei besonders dann nach Veranstaltungen im Bürgerzentrum oder nach Festen in der Stadt stark. Reimund Mirz, Direktor des Gymnasiums, verweist auf TV-Anfrage zur aktuellen Lage übrigens an die Kreisverwaltung.
Rektor Nisius wehrt sich zudem gegen den Eindruck, dass hauptsächlich Gymnasiasten und Realschüler für die Unordnung verantwortlich sind. "Direkt neben dem Schulzentrum ist die Bushaltestelle." Dort hielten sich immer viele Wartende auf, die ebenfalls Abfall produzierten. Damit reagiert er auf Aussagen in einem Leserbrief im TV, in dem die Schreiberin ihr Unverständnis darüber äußert, dass die am Schulzentrum vorbeiführende Stefan-Andres-Straße so vermüllt ist.
Und noch einen weiteren Aspekt ruft der Pädagoge ins Gedächtnis. Nisius geht davon aus, dass das Gelände des Stefan-Andres-Schulzentrums ein wichtiger Treffpunkt für junge Menschen in der Stadt ist. Ein Haus der Jugend als Alternative wie in Konz, Bitburg oder Wittlich gibt es trotz aller Bemühungen von Seiten junger Schweicher nicht.KommentarMeinung

Aussperren allein wird nicht reichen
Ein Zaun wird das Problem vermutlich lindern. Vandalismus und Müll wird es jedoch weiter geben. Denn rund um das Schweicher Schulzentrum kommen gleich mehrere Faktoren zusammen, die sich negativ auswirken. Spätestens nach der Schließung des nahe gelegenen Supermarkts ist dieser Teil der Stadt fast wie ausgestorben. Deshalb bieten sich die Flächen rund um das Schulzentrum geradezu als Treffpunkt für junge Menschen an, für die in der Stadt kein Platz ist und die ungestört bleiben wollen. Entschärfen ließe sich die Situation sicher, wenn Schweich ein Jugendzentrum bekäme. Doch dieses Projekt spielt offensichtlich in der Stadtpolitik keine allzu große Rolle. Und noch eines darf nicht vergessen werden: die durchaus verbesserungswürdige Situation an der Bushaltestelle in der Stefan-Andres-Straße. Die mag ja von ihrer Kapazität her zu Zeiten ausgereicht haben, als dort nur eine Haupt- und eine Realschule waren. Inzwischen gibt es in unmittelbarer Nähe gleich zwei Gymnasien. Hingegen gibt es noch nicht einmal ausreichend Sitzbänke oder einen Regenschutz. h.jansen@volksfreund.deExtra: SCHULSTANDORT SCHWEICH


Neben Grund- und Förderschulen gibt es in Schweich zwei Gymnasien sowie eine Realschule plus mit angeschlossener Fachoberschule. Das war nicht immer so. Die Realschule plus entstand durch die Zusammenlegung der bis dahin eigenständigen Realschule und der Hauptschule. Zudem ist ab 2009 am Standort das Stefan-Andres-Gymnasium entstanden. Dafür wurde der bestehende Gebäudekomplex an der Stefan-Andres-Straße massiv erweitert. Seit 2001 gibt es zudem in unmittelbarer Nähe zu Gymnasium und Realschule plus das private Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Derzeit werden eine neue Grundschule sowie eine neue Förderschule gebaut. Insgesamt besuchen derzeit rund 2900 Kinder und Jugendliche die Schulen in der Stadt.