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Ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für mehr Weltoffenheit

Ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für mehr Weltoffenheit

Vorträge, Talkrunden, Workshops und Infostände: Beim Trierer Bürgerkongress am 18. Juni im Angela-Merici-Gymnasium sollen Bewohner Impulse für ein weltoffenes und tolerantes Trier erhalten.

Trier. Toleranz entwickeln, Rechtsextremismus bekämpfen - das hat sich der erste Trierer Bürgerkongress auf die Fahne geschrieben. Denn vor dem Hintergrund des Einzugs der NPD in den Trierer Stadtrat hatte die Stadt im Mai 2010 beschlossen, dieser rechtsextremen Entwicklung aktiv entgegenzuwirken.
Aus diesem Grund wurde inzwischen die Kampagne "Für ein weltoffenes und tolerantes Trier" ins Leben gerufen, deren Startschuss der Bürgerkongress am 18. Juni in der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums ist. Damit wollen die Stadt Trier und auch der Kreis Trier-Saarburg verstärkt auf das Thema hinweisen. Ziele sind laut Oberbürgermeister Klaus Jensen zum einen, bereits existierende Projekte vorzustellen und so die Vorteile einer toleranten Gesellschaft erlebbar zu machen. Zum anderen möchte die Stadt ganz konkret einen Rückgang rechtsextremer Gewalt erzielen, Vorurteile abbauen sowie für demokratische Prozesse sensibilisieren.
"Wir müssen Missstände bekämpfen, aber auch präventiv arbeiten", sagt Jensen. Es sei auf diesem Gebiet höchste Achtsamkeit geboten, auch wenn Trier keine rechtsextreme Hochburg sei. Zeljko Brkic von der Lokalen Agenda Trier ist mit der Resonanz auf den Kongress bisher sehr zufrieden. "Wir konnten aus Platzgründen gar nicht alle interessierten Gruppen aufnehmen", sagt der Organisator der Veranstaltung. Insgesamt 25 Einrichtungen werden ihre Arbeit an Infoständen vorstellen. Hinzu kommen zehn Workshops und Vorträge sowie eine Talkrunde, die Impulse für mehr Toleranz liefern sollen.
Der Bürgerkongress sei als Auftaktveranstaltung auch gedacht, um die bestehenden Projekte miteinander zu vernetzen, fügt Uta Hemmerich-Bukowski vom Lokalen Aktionsplan des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" hinzu. Denn in der Region liefe schon eine ganze Reihe an Projekten. Die beschäftigen sich allerdings nicht nur mit der Integration von Migranten. Auch Menschen aus unterschiedlichen Milieus zusammenzubringen, gehöre dazu. Die direkte Ansprache der betroffenen Personen werde dann später in konkreten Projekten laufen. "So kann die Zielgruppe besser erreicht werden", erklärt Hemmerich-Bukowski.
Der Bürgerkongress für ein tolerantes und weltoffenes Trier beginnt am 18. Juni um 14 Uhr in der Aula des Angela-Merici-Gymnasiums. Der Kongress ist für alle Bürger offen. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.