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Einblicke in die Gedanken von Kindern

Einblicke in die Gedanken von Kindern

Was gefällt Kindern, was beschäftigt sie? Was bewegt und fasziniert sie? Das wollte Intermedia-Design-Studentin Jasmin Maier von rund 70 Kindern aus Deutschland und Polen wissen. Um einen Einblick in ihre Gedankenwelt zu bekommen, gab sie ihnen Einwegkameras an die Hand. Eine Auswahl der Ergebnisse ist bis 12. Juli in Trier zu sehen.

Trier. Ein Junge (7) hält einen jüngeren tröstend auf dem Arm. Mit seinen Zähnen umklammert der Kleine den Sauger einer Milchflasche, seine Augen sind verweint. Diese Szene hat ein Kind aus einem polnischen Heim fotografiert.
Auf einem anderen Foto sind rund 20 Schnecken zu sehen. Sie schlurfen kreuz und quer in einem Beet herum. Und wieder ein anderes Bild zeigt ein Karussell. Einige Teile sind verschwommen. "Das bringt Bewegung in dieses Bild und eigene Kindheitserinnerungen zurück", sagt Jasmin Maier. Sie studiert Intermedia-Design an der Hochschule Trier. Sie hat im Rahmen eines Projekts, das von Marcus Haberkorn betreut wird, Kindern Einwegkameras an die Hand und einen Auftrag mit auf den Weg gegeben: Fotografiert, was euch bewegt, fasziniert, gefällt, beschäftigt.
70 Kinder aus den unterschiedlichsten Einrichtungen konnte Maier für ihr Projekt mit dem Namen "Wer Schmetterlinge lachen hört, weiß auch wie Wolken schmecken" zum Mitmachen bewegen: vier- bis 16-Jährige der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Trier Nord, der Treverer Schule, des Vereins Nestwärme, des Montessori Kinderhauses auf dem Petrisberg, des Tanzstudios Patricia Meier sowie die Pink Painter der Jugendkunstschule der Europäischen Kunstakademie. Und Jungen und Mädchen aus einem Kinderheim im polnischen Myslowice haben Details in ihren unterschiedlichen Lebenswelten fotografiert.
Die junge Studentin hatte das Kinderheim über ein Hilfsprojekt ihrer Familie kennengelernt und die jungen Teilnehmer vor Ort in den Umgang mit der Kamera eingewiesen. Später hat sie aus rund 2500 Fotos exakt 172 ausgewählt. "Die Top fünf der Motive waren Kuscheltiere, alte Fußballfotos, Computerspiele, das eigene Schlafzimmer und Haustiere. Aber auch Flucht, Krankheit, Armut, Leistungsorientierung sowie die Hoffnungen und Träume derjenigen Kinder, die schon viel Schreckliches in ihrem Leben erlebt haben, spiegelten sich in den Fotos wider, sagt Maier.
Die Bilder, die in der Europäischen Akademie in Trier ausgestellt sind, sind laut der Intermedia-Design-Studentin Jasmin Maier unter anderem Antworten auf die Frage, welche Anforderungen das Leben im 21. Jahrhundert und in unserer Gesellschaft an diese Kinder stelle.Extra

Die Ausstellung im Seminarraum in der Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie in Trier dauert noch bis zum 12. Juli. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 11 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen im Internet unter www.wiewolkenschmecken.de