Eine Annäherung und eine kuriose Erkenntnis

Eine Annäherung und eine kuriose Erkenntnis

Der Verein Feller Gegenwind will verhindern, dass weitere Windräder in unmittelbarer Nähe von Fell aufgestellt werden, und hatte deshalb den Gemeinderat zu einer Diskussionsrunde eingeladen. Neben vielen Informationen gab es eine Annäherung - und es kam zu einer überraschenden Erkenntnis.

Fell. In der Vergangenheit hatte es den Anschein, als würden der Verein Feller Gegenwind und der örtliche Gemeinderat jeweils ihre eigenen Süppchen in Sachen Windkraft kochen. Der Wunsch des Vereins ist es jedoch, künftig eventuell gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Deshalb hatte Gegenwind Ortsbürgermeister Rony Sebastiani samt Rat zu einer Infoveranstaltung mit anschließender Diskussion eingeladen.
Sebastiani sowie einige Ratsmitglieder waren der Einladung in den Winzerkeller gefolgt. Bevor diskutiert wurde, stellte Vereinsmitglied Peter Gemmer Fakten und Daten vor: Mit einem digitalen Geländemodell demonstrierte er, wie die geplanten Rioler Windräder von Fell aus und von Riol sowie vom Moseltal aus sichtbar sein würden.
Auf eine paradoxe Situation wies Gegenwind-Vorsitzender Helmut Schneiders hin: Einige in Fell sicht- und hörbare Windräder drehen sich bereits in Waldrach. Der Verein hatte deshalb nächtliche Lärmmessungen beantragt. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion habe auf mehrfache Anfrage mitgeteilt, dass das beauftragte Messinstitut wegen der nicht ausreichenden Windverhältnisse bisher noch nicht habe tätig werden können, so Schneiders. "Da fragt man sich, wie laut es bei starken Windverhältnissen sein wird, wenn man die Dinger jetzt schon hört", meinte der Vereinschef.
Nein zur Atomkraft


"Was tut man seitens der Gemeinde gegen die geplanten Windräder in Riol und Waldrach?", fragte ein Bürger. Rony Sebastiani teilte den Zuhörern mit, dass auch die Gemeinde eine Lärmschutzmessung beantragt habe. Bislang ohne Ergebnis. Sebastiani sagte, der Rat sei im Rahmen seiner Möglichkeiten tätig geworden, was zum Schutz der Bürger erforderlich sei. Er betonte, dass er nie behauptet habe, er wolle die fünf von der Gemeinde Riol geplanten Windräder nicht.
Alfons Rodens (CDU) wollte wissen, ob der Verein Gegenwind pro Atomkraft sei. Die Antwort war ein klares Nein. Es gehe nicht darum, Windkraft infrage zu stellen, sondern darum, Windenergieanlagen nicht planlos und von Geldgier getrieben aufzustellen. Sie sollten dort stehen, wo sie Sinn machten und nicht Mensch und Natur gefährden würden, meinte Schneiders.
Der Verein präsentierte weitere Fakten. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Erwin Britz: "Das Feller Tal ist eine historische Kulturlandschaft der Stufe eins, also höchst schützenswert, und da sollten die Schutzradien der Pufferzone von fünf Kilometern eingehalten werden." Zudem gebe es im Fellertal ein landesweit bedeutendes Vorkommen an Fledermausarten. Rotmilan, Uhu und Schwarzstorch seien zudem dort heimisch.
Gegen die vierte geplante Änderung des Flächennutzungsplans "Teilbereich Windkraft" der für Waldrach zuständigen Verbandsgemeinde Ruwer hat der Verein Widerspruch eingelegt. Der erste Beigeordnete Michael Rohles machte den Vorschlag, "die eben gehörten Argumente mit in die Stellungnahme des Ortsgemeinderats zu bringen". Diese Idee stieß bei den Vereinsmitgliedern auf Gegenliebe.

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