1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Eine Feier für zwei Jubiläen

Eine Feier für zwei Jubiläen

Am Sonntag hat sich die Wiedervereinigung Deutschlands zum 20. Mal gejährt. Mit einem Festakt erinnerte der Kreis Trier-Saarburg an das Ereignis. Gleichzeitig feierte der Landkreis das 20-jährige Bestehen seiner Partnerschaft mit dem thüringischen Kreis Saalfeld-Rudolstadt.

Saarburg. Am 3. Oktober 1990 schlossen sich die Bundesrepublik Deutschland und die DDR zu einem gesamtdeutschen Staat zusammen. Wenige Wochen zuvor, am 15. September, hatten die Landräte der Kreise Trier-Saarburg und Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen), Richard Groß und Werner Thomas, in Trier per Unterschrift ihre Partnerschaft besiegelt. Beide Ereignisse wurden nun in einem Festakt in Saarburgs Stadthalle gefeiert.

Schätzungsweise 400 zumeist geladene Gäste waren gekommen, darunter eine Abordnung aus Saalfeld-Rudolstadt mit Landrätin Marion Philipp an der Spitze, ADD-Präsident Josef Peter Mertes sowie Landrat Woijech Dettlaff aus Puck, dem polnischen Partnerkreis von Trier-Saarburg.

Obwohl die Wiedervereinigung längst Geschichte sei, sei sie noch immer nicht auf allen Ebenen vollzogen, resümierten einige Gäste in ihren Ansprachen. So räumte etwa Landrat Günther Schartz "ökonomische Fehleinschätzungen" beim Einigungsprozess ein. Dennoch: "Wir sollten heute nicht kritisch auf echte oder vermeintliche Fehler blicken." Vielmehr solle man jenen danken, die zur Wiedervereinigung beigetragen hätten - auch den "mutigen Menschen in Polen in der Solidarnosc-Bewegung", ohne die die kommunistischen Strukturen in den Ländern des ehemaligen Ostblocks nicht hätten aufgebrochen werden können.

Bernhard Vogel, ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Thüringen, der als Hauptredner nach Saarburg gekommen war, rollte die Geschichte der "Wende" auf und sprach in diesem Zusammenhang von einer "friedlichen und unblutigen Revolution der Menschen in der DDR". Um die Wiedervereinigung verdient gemacht habe sich aber auch die Politik, allen voran Bundeskanzler Helmut Kohl, der die Zeichen der Zeit erkannt habe.

Vogel äußerte aber auch Kritik. So sei die Wiedervereinigung zwar politisch geglückt, gleichwohl gebe es noch viel zu tun, etwa was die im Osten viel höhere Arbeitslosigkeit und die insgesamt niedrigeren Löhne betreffe. Vogel gab zu bedenken: "Wir müssen danach streben, annähernd gleiche wirtschaftliche Verhältnisse in Ost und West zu schaffen, dennoch sollten wir auf lange Sicht akzeptieren, dass es auch Unterschiede gibt."

Schüler des Heinrich-Böll-Gymnasiums und des Erasmus-Reinhold-Gymnasiums Saalfeld sowie des Gymnasiums Konz thematisierten die Wiedervereinigung ebenfalls. Das Kreisjugendorchester umrahmte den rund zweistündigen Festakt in der Stadthalle musikalisch.