Infrastruktur: Eine feste Verbindung für Wintersdorf

Infrastruktur : Eine feste Verbindung für Wintersdorf

Seit Jahren ist eine neue Sauerbrücke geplant. Nun gibt es einen neuen Wunschstandort.

Das Busangebot in Ralingen-Wintersdorf ist übersichtlich. Nur wenige Meter vom Ort entfernt fahren hingegen auf luxemburgischer Seite bald kostenlose Busse auf der Strecke zwischen Echternach und Wasserbillig. Um diese nutzen zu können, benötigen die Wintersdorfer derzeit Schwimmbekleidung. Denn die Sauer liegt zwischen dem Ralinger Ortsteil und der Haltestelle an der Nationalstraße 10. Eine Brücke könnte dies ändern und soll das auch ändern. Doch trotz langer Planung wird es  wohl noch einige Zeit dauern, bis die ersten Bagger rollen.

Die Idee für die Brücke hatten die Mitglieder des Zweckverbands „Internationales Sport-, Kultur- und Freizeitzentrum Ralingen-Rosport“ bereits vor längerer Zeit. Der  Zweckverband ist unter anderem zuständig für den Spielplatz im luxemburgischen Rosport und die Sportplätze in Ralingen und Ralingen-Godendorf. Der Zweckverband ist ein besonderes Konstrukt, denn er ist ein deutsch-luxemburgisches Gemeinschaftsprojekt, das von europäischen Fördermitteln profitiert.

Ursprünglich war geplant, eine Pontonbrücke zu errichten. unter anderem, weil das Sauerumland in einem FFH-Gebiet liegt. Das bedeutet, dass dort besonders auf die Umwelt geachtet werden muss und der Schutz von Fauna und Flora einen hohen Stellenwert hat. Bei der Untersuchung möglicher Standorte wurde schließlich ein Gelände in der Nähe des Sauerwehrs Richtung Ralingen und Rosport ausgesucht (der TV berichtete).

Möglicher Brückenstandort Kopie_InterRed. Foto: TV/Schramm, Johannes

Dieser Standort hat jedoch einen Haken. Laut Unterlagen der Sitzung des Zweckverbands am Donnerstag, 12. September, 7.30 Uhr, im Gemeindehaus Ralingen, habe sich gezeigt, dass dieser Standort zwar wasser- und naturschutzrechtlich größte Realisierungschancen hätte. Er habe jedoch für die Bürger aus Wintersdorf für die direkte Anbindung an das luxemburgischen Nahverkehrsnetz „eine nicht zu vertretende Verlängerung der Zuwegung bedeutet“. Die gewollte Verbesserung für die Bürger wäre somit verpufft. Die touristische Angebotserweiterung an Wander- und Radwege sei an einem ortsnäheren und einsehbaren Standort besser.

Auch die bisher favorisierte Bauweise der Brücke ist aus Sicht des Zweckverbands problematisch. Die Wasserwirtschaftsämter aus Luxemburg und Deutschland wollten, dass eine Pontonbrücke gebaut wird. Der Flussgrund wäre dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Doch diese Bauart hat auch Nachteile, da sich beispielsweise bei Hochwasser leicht Treibgut in der Konstruktion verhaken kann.

Der Zweckverband hat deshalb eine neue Idee. Nun wird nach Auskunft von Verbandsvorsteher Alfred Wirtz, der auch neuer Ortsbürgermeister von Ralingen ist, ein Standort unweit des Wintersdorfer Sportplatzes favorisiert. Dort soll eine feste Brücke mit einer Fahrbahnbreite von zwei Metern gebaut werden. Ob diese Projekt umgesetzt werden kann, hängt auch davon ab, ob die zuständigen Behörden beider Länder einverstanden sind. Kosten würde die neue Brücke bei Wintersdorf rund 1,25 Millionen Euro. 85 Prozent davon soll die EU übernehmen.

In einer früheren Version des Textes war irrtümlicherweise an einer Stelle der Godendorfer Sportplatz als Brückenstandort genannt worden. Der Wintersdorfer Platz ist der gewünschte Standort.

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