Eine Fete zum Liebhaben

Wetter gut, Programm gut, Stimmung prächtig: Im Stadtteil Olewig wird das erfolgreichste und zugkräftigste Trierer Weinfest seit Jahren gefeiert. Manche Betreiber der rund 40 Stände erreichten bereits an den ersten beiden der vier Festtage den Gesamtumsatz von 2008.

Trier. Auch Stammgäste kann man noch zum Staunen bringen. Monika Thenot (63), geborene Heiser, war Triers Weinkönigin 1965 und trifft sich alle Weinfest-Freitage wieder mit ihren vier Geschwistern im alten Heimatort Olewig: "So viel Betrieb wie diesmal habe ich zum Auftakt höchstens mal ganz früher erlebt." Aber seit dem Ende der Festzelt-Ära in den 90er Jahren nicht. Frank Birkhäuer (53), der schon 23 Weinfeste in seiner Wahlheimat erlebt hat, ist ganz aus dem Häuschen: "So tolle Bands habe ich schon lange nicht mehr live gehört." Ernst Wilhelmi (52) nennt einen zusätzlichen Erfolgsfaktor: "Endlich ist der Ausbau der Olewiger Straße abgeschlossen und der Bach renaturiert. Das ist doch gleich ein ganz anderes Ambiente zum Wohlfühlen."

Derweil karren die Olewiger Winzer immer wieder Nachschub an ihre Stände. Peter Terges (56), Chef der Winzervereinung und Weinfest-Hauptverantwortlicher, findet es prima: "Auffallend viele junge Leute kommen auf den Wein-Geschmack." Und lassen die Kassen klingeln. Mancher Betrieb hat bereits nach zwei Tagen so viel Umsatz gemacht wie 2008 während des gesamten Festes.

Als großes Plus entpuppte sich in der Tat das exzellente Musikprogramm insbesondere auf der Bühne im Klostergarten. Am Freitag verzückte die Bernkastel-Kueser Sixties-Revival-Band "Jimmy Beat" das Publikum. Am Samstag setzten Top-Gitarrist Frank Rohles (40) aus Hüttingen bei Bitburg und seine Band "We Rock" mit Klassikern hauptsächlich von Queen stimmungsmäßig noch eins drauf.

Eine Security-Firma bewachte erstmals die Zugänge zum Klosterplatz, um "Einschmuggeln" von Alkohol zu verhindern und betrunkene Störenfriede fernzuhalten. Diese Rechnung ging offenbar auf. Stattdessen kam es im Festzonen-Randgebiet zu Rangeleien. In der Nacht zum Sonntag mussten Sanitäter des Johanniter-Unfalldienstes nach den Worten ihres Einsatzleiters Michael Neus einige Opfer von Schlägereien verarzten. In der Nacht zuvor hatten es Frederik Baus und seine DRK-Kollegen vorwiegend mit Unglücksfällen zu tun: Ein älterer Mann erlitt bei einem Sturz schwere Kopfverletzungen, ein Frau musste mit Verdacht auf Handgelenks-Bruch ins Krankenhaus. Dienstgruppenleiter Guido Bambach von der Polizeiinspektion zog dennoch ein positives Zwischenfazit: "Wir waren nicht mehr gefordert als an einem ganz normalen Sommer-Wochenende." Auch das Wetter spielte weitgehend mit. Allerdings fiel der Freiluft-Frühschoppen am Sonntagvormittag ins Wasser. Er fand im Pfarrsaal statt.

Triers frisch gekrönte neue Weinkönigin Julia Eggenkämper (24) zeigte sich sehr angetan: "Schön, wenn meine einjährige Regentschaft mit einem so tollen Fest beginnt." Auf der Festmeile zwischen Blesius-Garten und Ex-Kloster wird noch bis einschließlich heute Abend gefeiert.