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Kolumne: Eine Frage des Überlebens

Kolumne : Eine Frage des Überlebens

Vor einiger Zeit wurde der 1942 geborene Journalist Sven Kuntze von Markus Lanz in dessen Talkrunde zum Thema Alter(n) befragt. Auf die Bedeutung des Glaubens im Alter angesprochen, antwortete Kuntze, dass er nur schwer an die christlichen Erzählungen glauben könne.

Eines – so Kuntze weiter –  habe das Christentum denjenigen, die wirklich daran glauben, aber doch vermittelt: „Das ist Trost, Lebenssinn, Hoffnung, Hilfe im Gebet, Trost in der Vergebung und die christliche Liebe.“

Ebenso nachhaltig wie diese prägnante Zusammenfassung der Lebensrelevanz christlichen Glaubens, ist die dann von ihm gestellte Frage, ob der Mensch trotz des zunehmenden Verlustes des christlichen Glaubens, nicht doch all diese Dinge brauche. Und wenn er diese Dinge brauche, was an ihre Stelle treten kann und was es bedeutet, wenn in Zukunft nichts an deren Stelle tritt.

Und er schließt mit der Frage: „Kann eine Gesellschaft, in der keiner mehr an diese Dinge glaubt, in der diese Dinge nicht mehr zur Verfügung stehen, auf Dauer überleben und zusammenbleiben?“

Fragen, mit denen wir uns auseinanderzusetzen haben, gerade dort, wo der Eindruck vermittelt wird, man könne getrost und ohne Konsequenz auf den christlichen Glauben und dessen Vermittlung verzichten. Ja, der christliche Glaube hat es in diesen Tagen schwer. Die Risiken im Falle seines Verlustes – das deutet Kuntze an – sind jedoch immens, da es um nichts weniger geht, als um die Frage, was die Menschheit zum Überleben befähigt und zusammenhält.