Eine Frage des Zusammenhalts

TRIER. Erfolg und Teamgeist entschädigen für Arbeits-Mehrbelastung: Der Vorstand der City-Initiative überbrückt die "Managerin-lose" Zeit mit gesteigertem Engagement. Ein Dauerzustand soll die ehrenamtliche Arbeit rund um Groß-Events wie dem morgigen "Trierer Frühling" samt verkaufsoffenem Sonntag aber nicht werden.

"Man kann nur mit den Mädels tanzen, die da sind", sagt ein Sprichwort. Weil City-Managerin Inge Schönherr (38) Erziehungsurlaub absolviert und die Suche nach professionellem Interims-Ersatz nicht zum Erfolg führte, bleibt für den Vorstand der City-Initiative keine große Auswahl: Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Kerstin Böckmann (30) ist die derzeit einzige Profi-Kraft in der Dachorganisation der Kaufleute. Und das in einer Zeit, in der die 176-Mitgliedsbetriebe-Gemeinschaft nach den Worten des Vorsitzenden Hans-Peter Schlechtriemen (58) "die Schlagzahl deutlich erhöht". Also sind die Ehrenamtlichen noch mehr gefordert. Vermutungen, das alles könne in Stress ausarten, wollen die Vorständler aber gar nicht erst aufkommen lassen. "Die Arbeit macht sehr viel Spaß", betonen Schlechtriemen und der Vize-Vorsitzende Albrecht Thul (48) unisono. Dass dem so sei, liege vor allem an den Rahmenbedingungen: Die Ehefrauen und - im Falle Schlechtriemens dessen Arbeitgeber Kaufhof - tragen das Engagement vorbehaltlos mit, die Zusammenarbeit mit den anderen Vorstandsmitgliedern sowie Arbeitskreis-Leitern Werner Orth (Marketing), Ulrich Krugmann (Veranstaltungen) und Wolfgang Sturges (Handel/Tourismus) laufe außerordentlich gut. Thul: "Wir können uns alle aufeinander verlassen." Gleiches gelte für Kerstin Böckmann: "Sie leistet die Haupt-Arbeit bei der Organisation." Und schließlich gebe der Erfolg und der Zuspruch diesem Modell der vorübergehenden Arbeitsverteilung auf viele Schultern, "aber nur so lange, bis die Vakanz im City-Management beendet ist", Recht. Beispiel Ostermarkt. Nach der gelungenen Premiere (11. bis 13. März) wird in der City-Initiative bereits laut über eine Weiterentwicklung zum "bundesweiten ersten großen Ostermarkt" nachgedacht. Schlechtriemen: "Renommierte Marktbetreiber haben uns eine Kooperation angeboten."Premiere: Zehn Firmen präsentieren Modenschau

Auch morgen beim zweiten verkaufsoffenen Sonntag 2005 (Motto: "Trierer Frühling") zeige sich die Kaufmannschaft von der besten Seite. Erstmals präsentieren zehn Trierer Modehäuser auf dem Hauptmarkt gemeinsam eine Modenschau (zwei Teile; 14.15 bis 15.15 Uhr und 16.45 bis 17.45 Uhr). Diese bislang beispiellose Kooperation von inhabergeführten Fachgeschäften, Waren- und Textilkaufhäusern wertet Schlechtriemen als "Indiz für den vorbildlichen Zusammenhalt unserer Solidargemeinschaft". Ebenfalls Neuerungen und Weiterentwicklungen kennzeichnen die weiteren Vorhaben. Die achte Auflage von "Trier spielt" (10. September) soll erstmals ganz gezielt auch Jugendliche ansprechen. Eine weitere Premiere steht am 27. November an: ein verkaufsoffener Sonntag zum Start des Weihnachtsmarktes. Der Klassiker "Mantelsonntag" (30. Oktober) komplettiert die Viererreihe der verkaufsoffenen Sonntage 2005, bei der - ebenfalls ein Novum - alle großen Warenhäuser mit von der Partie sind. Unter die Rubrik "erhöhte Schlagzahl" fallen außerdem die Fort- und Weiterbildungs-Aktivitäten der City-Initiative. "Wir werden unsere interkulturelle Kompetenz erhöhen", kündigt Schlechtriemen an. Der Chinesisch-Sprachausbildung für Personal aus Handel, Gastronomie und Service folgen Französisch-Kurse. An die Chinesen als nach den Niederländern zweitstärkster ausländischer Besuchergruppe wendet sich ein 32-seitiger Einkaufs-Führer, der in Zusammenarbeit mit der Tourist-Information entsteht und noch in diesem Jahr erscheinen soll. Außerdem will die City-Initiative in Kooperation mit der Uni in einer Projektstudie die Einkaufsgewohnheiten ausländischer Trier-Besucher ausloten. Wie es mit dem professionellen City-Management weitergeht, steht noch nicht fest. Die Elternzeit von Inge Schönherr endet Mitte Februar 2006.