Eine große Gemeinschaft für Ehrangs Bürger

Eine große Gemeinschaft für Ehrangs Bürger

Für die Ausrichtung der Stadtteilkirmes ist 1972 die Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine gegründet worden. Sie übernahm die Aufgabe der Gemeinde und bemüht sich um das Vereinsleben in Ehrang. Auch wenn das Engagement zurückgeht, prägen noch immer die Vereine das Leben im Stadtteil.

Trier-Ehrang. 1969 war ein einschneidendes Jahr für Ehrang. Damals verlor der Stadtteil seine Eigenständigkeit als Gemeinde und wurde der Stadt Trier einverleibt. Damit änderte sich auch für den Ehranger Markt einiges, dessen Organisator war bislang die Gemeinde. Ein neuer Veranstalter musste her. "Die Stadt kann ja nicht in jedem Stadtteil die Kirmes ausrichten", sagt Matthias Haas, erster Vorsitzender der Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine (GEOV).
So wurde die Aufgabe an die Ortsvereine übertragen, die sich 1972 zur GEOV zusammenschlossen. Bis heute hat der Markt Priorität. "Zukunftspläne und Visionen haben wir schon, erst mal müssen wir aber den Markt wieder stärken", sagt Haas. Erst im April dieses Jahres war der Vorstand neu gewählt worden (der TV berichtete), aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit zum Markt blieb kein Raum für neue Projekte.
Anders in den 1980er Jahren, der "Blütezeit" der GEOV, wie die Gemeinschaft sagt. Damals habe man den Martinsumzug organisiert, einen Veranstaltungskalender für den Stadtteil erstellt und Zuschüsse für Vereine geben können. Auch die Aufstellung des Maibaums fiel in den Aufgabenbereich der GEOV. "Heute macht das die Feuerwehr. Das hat sich als praktikabler erwiesen, die mussten uns ja sowieso immer helfen", sagt Schatzmeister Jürgen Hauprich. "Die Mitgliedschaft erleichtert die Koordination und Kommunikation zwischen den Vereinen", betont Haas. 29 Vereine sind in der GEOV organisiert.
Erst 2013 hatte sich der Ehranger Kolpingverein aufgelöst, zuvor der Frauenchor. "Das war eine echte Rarität, einen reinen Frauenchor gab es im ganzen Regierungsbezirk nicht", bedauert Hauprich. Generell beobachtet die GEOV einen leichten Rückgang im Vereinsengagement. Noch immer sind aber etwa 1000 bis 1500 Ehranger in Vereinen engagiert. Allein 100 Aktive hat der Karnevalsverein Blau-Weiß.
Haas und Hauprich hoffen, dass die Vereine erhalten bleiben. "Sie prägen nicht nur die Gesellschaft, sie bewahren auch die kulturelle Eigenheit Ehrangs", sagt Hauprich.

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