Eine Institution in Sachen Heimatforschung

Eine Institution in Sachen Heimatforschung

Er weiß ein Lied davon zu singen, wie aus einem Hobby eine Lebensaufgabe und aus einem Ehrenamt ein Vollzeit-Job werden kann: Adolf "Addi" Welter forscht akribisch und geht jedem Hinweis nach. Am heutigen Mittwoch erhält er den Ehrenbrief der Stadt Trier.

Trier. Der Redefluss des 79-Jährigen ist kaum zu bremsen - stundenlang kann Adolf Welter aus seinem reichen Erfahrungsschatz berichten. Doch damit nicht genug, jede Aussage wird mit Dokumenten aus seinem wohl einzigartigen, umfangreichen Archiv belegt.Menschen ganz nah



Welters Wissbegier ist eng verbunden mit dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Ende der schlimmen Jahre wollte der Heranwachsende wissen: Was war das? Und warum geschah das alles?
1946 schloss er sich den Pfadfindern der Pfarrei St. Helena in Trier-Euren an und war einer der ersten deutschen Jugendlichen, die 1952 nach Holland, Belgien und England einreisen durften. Die damals geknüpften Kontakte halten bis heute und führen noch immer zu gegenseitigen Besuchen und regelmäßiger Korrespondenz. Den Austausch zwischen Menschen und Kulturen hält Adolf Welter für den Schlüssel friedlichen Zusammenlebens.
Seine erfolgreichen Recherchen über verschollene Soldaten und unbekannte Kriegsgräber haben international Anerkennung gefunden.
Doch dabei belässt er es nicht: In Euren hat er in Eigeninitiative Wegekreuze für gefallene US-Soldaten erstellt. Und in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist es ihm gelungen, eine Gedenktafel mit den Namen von Soldaten aus Euren auf dem Friedhof Rossoschka nahe Stalingrad zu installieren.
Doch Adolf Welter ist alles andere als von gestern: "Ich bin hier bekannt wie ein bunter Hund, und wenn jemand was über die Eurener Geschichte wissen will, heißt es oft genug: ,Frag doch mal den Addi.\'"
Tragende Säule bei diesem außergewöhnlichen Engagement ist Ehefrau Maria, auch Mitautorin eines seiner bisher zwölf veröffentlichten Bücher.
Für sein Engagement wird Adolf Welter heute der Ehrenbrief der Stadt Trier übergeben - eine Auszeichnung für Menschen, die sich besonders für das Gemeinwohl einsetzen.
Ein Unfall hat Adolf Welter vorübergehend außer Gefecht gesetzt. "Ich muss wohl mal etwas langsamer machen", sagt er. Anzeichen dafür sind allerdings bisher nicht wahrnehmbar.