Eine karge Liebesgeschichte

Wie eine geplante Hochzeit mit einer Unbekannten einen Prinzen in die Flucht treiben kann, konnten die Zuschauer im "Karussel am Zuckerberg" erleben. Das Ensemble "TheaterUmriss" hat die Premiere des Stückes "Leonce und Lena" von Karl Georg Büchner gefeiert.

Trier. (alo) Müßiggang und Unterordnung in das Schicksal - wie sehr diese Begriffe die Menschen lähmen können, hat das "TheaterUmriss" bei der Premiere des Lustspiels "Leonce und Lena" gezeigt. Inmitten der ungewöhnlichen Kulisse des "Karussells am Zuckerberg" begeisterte das sechsköpfige Ensemble das Publikum mit dem Werk Karl Georg Büchners. Die Geschichte ist schnell erzählt: Prinz Leonce aus dem Reich Popo soll Prinzessin Lena aus dem Reich Pipi heiraten. Er kennt sie jedoch nicht, also flieht er mit seinem Vertrauten Valerio nach Italien. Was er nicht weiß: Auch Lena flieht vor der Hochzeit. Und so begegnen und verlieben sich die beiden, ohne sich zu erkennen. Diese einfache Geschichte bereitete das Theater mit ebenso einfachen Mitteln auf. Nur Sand, Kunstgras und ein Sessel zierten die Bühne, die sich nicht vor, sondern mitten in den Zuschauerreihen befand. Diese Kargheit wurde jedoch schnell vom Spiel des Ensembles genutzt. So dienten die wenigen von der Decke hängenden Glühlampen dem Ensemble für Licht- und Schattenspiele, die manchmal Bühne und Publikum im Dunkeln ließen. Mit ihrem intensiven Spiel verliehen die Schauspieler den kargen Dialogen Ausdruck und vermittelten die Gesellschaftskritik des Stückes in ironischer Form.

Anfänglich durch die Kulisse irritiert, taute das überwiegend junge Publikum im Laufe der Vorstellung auf und genoss diese sichtlich. Auch nach der Aufführung zeigte es sich beeindruckt. "Mir hat vor allem die Bühne mitten im Publikum und das Spiel mit Licht und Schatten gefallen", sagt Eveline Kladov aus Schweich. Ihre Freundin Wiebke Bortchen aus Trier stimmt zu: "Das Stück wurde lebendig inszeniert, die Atmosphäre war toll - und witzig war es auch!"