Eine Krippe in XXL

Die Thommer Kirchenkrippe verdient das Prädikat: äußerst sehenswert. Auf 45 Quadratmetern haben die 20 Krippenbauer eine riesige bewundernswerte Landschaft modelliert, in der die Krippe das Kernstück darstellt.

Thomm. Die Krippe in der Pfarrkirche Sankt Paulus Bekehrung ist in der Region wegen ihrer Größe einmalig. Simon Schabo ist einer der Krippenbauer, die das ganze Jahr engagiert sind. Er hat die Leitung übernommen, seine Mitstreiter sind Jungen und Männer jeden Alters. Sie entwerfen neue Pläne zur Erweiterung und Verschönerung, schnitzen und malen bis wenige Wochen vor Weihnachten. "Für den Aufbau der riesigen Sehenswürdigkeit brauchen wir rund zehn Tage", sagt Simon Schabo. Denn es ist viel Arbeit, bis alle Figuren an dem vorgesehenen Platz stehen, die Schäfchen ihre richtige Stelle gefunden haben, die Gebäude errichtet sind und das Moos ausgebreitet ist - ein Meisterwerk.
Auch im Vorfeld sind die Helfer aktiv: Schon Anfang Dezember fahren sie mit drei Traktoren in den Wald, um Moos und Tannen zu suchen. Schabo erklärt: "Die großen Bäume werden immer von Thommer Bürgern gestiftet." Stolz sind sie auf die gute Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe. Durchschnittsalter der 20 Helfer: 35 Jahre. Der Jüngste ist mit acht Jahren Luis Mattes. "Aus der Familie Mattes arbeiten drei Generationen mit." Die 17-jährigen Jannik und Lars Reuch sind bereits seit zehn Jahren bei der Truppe. Josef Weber ist der Senior. Er hilft bereits seit 32 Jahren.
Die tolle Atmosphäre während des Aufbaus gehört für die Helfer zur Vorweihnachtszeit. Sie erfahren auch Unterstützung aus der Bevölkerung. Schabo sagt: "Die Leute bringen uns Getränke, Plätzchen, Schnittchen und sogar Schwenkbraten zur Stärkung."

Rückblick: Auf einem kleinen runden Tisch hatten die inzwischen verstorbenen Johannes Weber und Josef Feld bereits 1975 mit dem Bau einer Krippenlandschaft begonnen. Diakon Winfried Stadtfeld animierte ab 1980 die Männer, die Krippe jedes Jahr mit neuen Sehenswürdigkeiten zu erweitern. Schon fünf Jahre später war die Landschaft auf sechs Quadratmeter gewachsen. Doch für die engagierten Helfer gab es keine Ruhe. Immer wieder wurden neue Gedanken in die Tat umgesetzt. Ein Dorfmodell entstand mit einigen Thommer Wahrzeichen, und auch die besondere Verbundenheit zum Schieferbergbau wurde durch einen Förderturm, einen Stollen, die Brasshalde (hier sind acht Schubkarren mit Schieferbruchsteinen verbaut) und den Barbarabildstock dargestellt. Natürlich durften ein Bachlauf mit fließendem Wasser und eine zwei Meter hohe Mooswand sowie die Nachbildung der Klemen-Mühle nicht fehlen. dis

Öffnungszeiten: 25. Dezember bis 2. Februar, täglich von 11 bis 17 Uhr.
Erläuterungen zur Krippe für Gruppen und Einzelbesucher werden kostenlos und nach Absprache angeboten.
Anfragen per E-Mail an
simonschabo@t-online.de

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