Eine Lesung mit vielen Überraschungen

Eine Lesung mit vielen Überraschungen

"Februarblut" und "Wer mit dem Teufel tanzt" heißen die beiden Bücher von Bernd Schumacher aus Rheinbach. In einer Vinothek in Thörnich hat der Freund von Bap-Chef Wolfgang Niedecken das Publikum mit einer Lesung aus seinen Krimis, Musik und Fotos aus der Nordeifel unterhalten.

Thörnich. (kat) Schon der Aufbau am Eingang der Vinothek Nikolaus Thul in Thörnich verrät: Das kann spannend werden. Gitarren und eine Leinwand lassen erahnen, dass es sich um eine außergewöhnliche Lesung handeln wird.

Der Krimiautor Bernd Schumacher stammt aus Rheinbach in der Nordeifel. Mitte der 60er Jahre hatte Wolfgang Niedecken, Chef der kölschen Band Bap, während seiner Internatszeit in dem beschaulichen Eifelstädtchen Rheinbach mit Mitschülern seine erste Band "The Troop" gegründet. Mit dabei war auch Bernd Schumacher. "Wir sind heute noch befreundet", sagt der 58-Jährige, der hauptberuflich als Lehrer arbeitet. Was hat "The Troop" mit der Lesung zu tun? Einiges. Die Beat-Band spielt in seinem Krimi "Wer mit dem Teufel tanzt" eine Rolle.

"Figuren der Geschichten sind teils erfunden, teils handelt es sich um Rheinbacher Originale und Bekannte", erklärt der Schriftsteller. Mit dem Handlungsverlauf hätten sie allerdings nichts zu tun. Die in seinen beiden Romanen beschriebenen Orte existieren tatsächlich. Nachdem Schumacher Textpassagen aus seinem Erstlingswerk "Februarblut" vorgetragen hat, stellt er seinen zweiten Krimi vor. Die Handlung: Im drückend heißen August des Jahres 1969 wird in der Nähe des beschaulichen Rheinbachs auf dem Nachhauseweg ein junges Mädchen ermordet. Von Verbrechen, Verstrickungen und dem kriminalistischen Instinkt eines Kommissars erzählt "Wer mit dem Teufel tanzt". Auch Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche kommen zur Sprache.

Passend zu den Textpassagen greifen Bernd Schumacher und sein Bruder Arno immer wieder in die Saiten der Gitarre und tragen selbstgeschriebene Lieder, angelehnt an bekannte Stücke der 50er- und 60er-Jahre, vor. Und natürlich in Mundart.

"Als echter Moselfan wage ich mich hierher, weil ich glaube, dass die Leute es verstehen", sagt der Krimischreiber und Musiker. Und wer nichts versteht, bekommt einige Lektionen in Rheinbacher Dialekt. Parallel zu den Vorträgen werden Fotos der Schauplätze via Leinwand präsentiert. Mit viel Applaus bedankt sich das Publikum für einen fesselnden Krimiabend.

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