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Eine neue Treppe mehr, ein Kloster weniger

Eine neue Treppe mehr, ein Kloster weniger

Die gute Nachricht: Das Heiligkreuzer Langzeitprojekt - die Sanierung der Treppe in der Bernhardstraße - wird realisiert, das Geld aus dem Ortsteilbudget verfällt nicht. Eine Nachricht, die den Stadtteil getroffen hat: Die Weißen Schwestern verlassen Heiligkreuz, haben ihr Kloster verkauft. Dort beginnt die Eifel-Haus GmbH im Frühjahr mit dem Abriss, bevor etwa 80 neue Wohnungen entstehen.

Trier-Heiligkreuz. Rückblick: Vor zehn Jahren diskutieren die Heiligkreuzer zum ersten Mal darüber, dass der wichtige Verbindungsweg zwischen Altbachtal und Bernhardstraße saniert werden muss. Aber bei der Stadtverwaltung kommen die Stadtteil politiker mit dieser Idee nicht an. Es dauert bis 2010, kurz vor Weihnachten stellen Wolfgang van Bellen, Leiter des Tiefbauamts, und Christoph Heckel vom Trie rer Büro BGHplan den ersten Entwurf für den neuen Treppenaufgang vor, 2011 steht die Finanzierung.
"Wir haben vor dem Plan gestanden wie Kinder vor dem Christkind. Ein ganz großer Glücksmoment!" So beschreibt Ortsvorsteherin Elisabeth Ruschel (CDU) das Gefühl, als klar war, dass sich der jahrelange Wunsch nun endlich erfüllt. Was 2011 noch im Stadtteil passiert ist und was für 2012 zu erwarten ist, darüber sprach die Ortsvorsteherin mit dem TV.

Das war 2011: Geld umwidmen, Sponsoren suchen, Spenden auftreiben: Damit ist der Ortsbeirat fast das ganze Jahr befasst. "Die Finanzierung - ein Jonglierakt", sagt Ortsvorsteherin Elisabeth Ruschel (65). Denn die Heiligkreuzer wollen nicht, dass die Sanierung der Treppe in der Bernhardstraße - so kurz vor der Umsetzung - zum Treppenwitz gerät. Dennoch verzögert sich das Vorhaben, denn da Spenden für die Maßnahme angenommen werden, muss der Stadtrat entscheiden, wie damit zu verfahren sei. Außerdem wird das Projekt teurer: 190 000 Euro kostet es nun, denn die Stützwand zu den unterhalb gelegenen Kleingärten ist marode und muss ebenfalls erneuert werden. Ausgeschrieben sind die Arbeiten, 2012 wird mit dem Bau begonnen.
Mit der Nachricht, dass sie ihr Kloster aufgeben werden, überraschen die Weißen Schwestern die Heiligkreuzer bereits im Dezember 2010. 2011 verkauft der Orden das Grundstück an die Eifel-Haus GmbH, die dort einen Komplex mit bis zu 80 Wohnungen bauen möchte. Dazu wird es nötig, den Bebauungsplan zu ändern. Offengelegt ist er bis Ende November.

Das kommt 2012: Das Aussehen der Bernhardstraße wird sich 2012 verändern. Dafür sorgt das Bauvorhaben der Eifel-Haus GmbH. Im März verlassen die letzten Schwestern ihr Heiligkreuzer Stammhaus, und die Abrissbagger werden anrollen. Noch ist der Bebauungsplan nicht in trockenen Tüchern, Anwohner sind gegen das Neubauprojekt. Bis der Baubeschluss vorliegt, wird es noch Monate dauern.
In die Änderung des Bebauungsplanes (BH 36-1) wird auch das Firmengelände des Berliner Unternehmens Kieback & Peter aufgenommen. Der Firma wird damit die Möglichkeit eingeräumt, auf ihrem Grundstück eine neue Halle zu bauen. Auch dagegen regt sich Widerstand aus dem Lager der Nachbarn.
Weiter in die Zukunft geblickt sieht sich Heiligkreuz 2014 der Auflösung der Evangelischen Kirchengemeinde Christuskirche in der Trevererstraße gegenüber. "Es wäre fatal, wenn wir auf den Kindergarten verzichten müssten", der zur Gemeinde gehört. "Über diese Entwicklung muss man schon heute nachdenken", sagt die Ortsvorsteherin. Denn Bedarf an Kindergartenplätzen sei vorhanden - vor allem, wenn nach dem Verkauf auf dem Grundstück Wohnraum entstehen sollte.
Extra

Elisabeth Ruschel TV-Foto: Cordula Fischer.

Stadtteil in Zahlen: Die Bevölkerungszahlen von Heiligkreuz stagnieren nach einem sprunghaften Anstieg Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre, nachdem die Caspary-Brauerei und ein Großteil der Klostergebäude der Ursulinen abgerissen wurden und Im Hopfengarten neu gebaut worden ist. In Alt-Heiligkreuz leben 18, in Neu-Heiligkreuz 32 Zweijährige (Stand 2010). 992 Bürger sind zwischen 0 und 18 Jahren alt. Insgesamt hat Heiligkreuz 6672 Einwohner, die auf 203,6 Hektar Fläche leben. Zur Person: Elisabeth Ruschel (65) ist seit 1999 Ortsvorsteherin von Heiligkreuz. Dreimal wurde die CDU-Politikerin wiedergewählt. Seit Oktober 2011 ist die Heilpädagogin im Schuldienst (an der Ambrosius-Grundschule im sozialen Brennpunkt tätig) im beruflichen Ruhestand. cofi