Eine Schranke sorgt für Aufregung

Kasel/Waldrach · Die Abkürzung über den Wirtschaftsweg, der Kasel und Wald rach miteinander verbindet, ist bei den Bewohnern beider Ortschaften beliebt. Die Ortsgemeinde Kasel hat nun mit einer Schranke den Schleichweg geschlossen. Was der Kaseler Ortsbürgermeister legitim findet, löst aufseiten der Waldracher Unmut aus.

Kasel/Waldrach. Rot und weiß leuchtet die neue Schranke dem Spaziergänger auf dem Wirtschaftsweg entgegen, der vom Kaseler Neubaugebiet zum Wald racher Friedhof führt. Diese Absperrung ist zum Errege-Thema in den beiden Ortschaften geworden.
"Alle Leute, mit denen ich darüber spreche, ärgern sich darüber", sagt Arno Bauer aus Wald rach. Auch er selbst regt sich über den rot-weißen Fallbaum auf, der auf dem Gelände der Kaseler Ortsgemeinde steht. Morgens vor der Arbeit schaut er regelmäßig bei seinen Parzellen am Ortsrand von Waldrach, auf denen er Weihnachtsbäume anpflanzt, nach dem Rechten. Dabei nutzt er regelmäßig die Strecke über den Wirtschaftsweg. "Weil ich weiter nach Luxemburg muss, fahre ich gerne direkt über Kasel und ungern den Umweg nach Waldrach zurück", sagt Bauer. Kürzlich sei er dort oben auch einem "Wachmann" begegnet, der Autofahrer an der Durchfahrt habe hindern wollen.
Bauer hält die Schranke sogar für eine Gefahr: Die Feuerwehr hätte zwar, wie auch die Winzer der angrenzenden Weinberge, einen Schlüssel für die Schranke. "Aber die Retter verlieren doch in einem Notfall, wenn sie von Waldrach nach Kasel oder umgekehrt müssen, enorm viel Zeit", meint er.
Für Karl-Heinrich Ewald, Ortsbürgermeister von Kasel, war die Errichtung der Schranke unerlässlich. Laut Ewald ist die Zahl der Nutzer der Abkürzung über den Wirtschaftsweg seit der Baustelle in Kasel rasant angestiegen. Deshalb habe sich der Ortsgemeinderat zu diesem Schritt entschlossen. "Wir mussten einfach das Wohngebiet entlasten", sagt Ewald. Mit bis zu 80 Stundenkilometern seien Autofahrer über die Strecke gerast. Die Nutzung eines solchen Weges sei auch gefährlich, betont Ewald. Schließlich könnten Autos und landwirtschaftliche Fahrzeuge schnell miteinander kollidieren.
Dass die Ortsgemeinde Kasel eine solche Schranke errichtet, ist rechtens. "Die Gemeinde hat das Recht, die Wirtschaftswege zu sperren", sagt Josef Hartmann, Ordnungsamtsleiter der Verbandsgemeinde Ruwer.
Auch wenn die Kaseler Gemeinde rechtlich abgesichert ist, hält Heinfried Carduck, Ortsbürgermeister von Kasel, die neue Absperrung für wenig sinnvoll. "Das hätte man vielleicht anders lösen können", meint er. Carduck prangert die fehlende Informationspolitik an. Die Sperrung des Wirtschaftsweges sei mit keinem Wort im Amtsblatt erwähnt worden. Für den Waldracher Ortsbürgermeister ist die Schranke unnötig. "Ich hätte an den Menschenverstand appeliert", meint er. Schließlich würden Autofahrer zum eigenen Schutz zur Zeit der Weinlese und im Winter dort sowieso nicht entlangfahren.