Eine schrecklich schöne Bescherung!
Was war ihr schlimmstes Weihnachtsgeschenk? Der TV hat nachgefragt und den Rat der "Weihnachts-Expertin" Hildegard Belardi eingeholt, was der Beschenkte beim Auspacken tun kann, wenn der Glanz in den Augen ausbleibt.
Trier. (kat) Mantel statt Spielzeug, Brotbackautomat statt Ring, Lern-CD statt Musik von Avril Lavigne. Alle Jahre wieder kommt es vor, dass die Gesichtszüge beim Auspacken des Geschenkes entgleiten. Bürgermeister mit durchweg positiven Erfahrungen
Anne Hess aus Fell wird nie den Moment vergessen, als sie unterm Tannenbaum Wollknäuel in der Hand hielt. "Die Tante hätte ja wenigsten etwas daraus stricken können", habe sie damals gedacht. Nützliches hat auch Bürgermeister Bernhard Busch nicht von den Socken gehauen. "Aber es war immer etwas unterm Tannenbau was mir sehr viel Freude gemacht hat", sagt der Verwaltungschef. Heißt: Wirklich enttäuscht war er bislang nie. Auch sein Amtskollege von der Mosel, Berthold Biwer, kann bislang nur positive Erfahrungen in puncto Weihnachtageschenke verbuchen. Zwar habe er als kleiner Junge immer von einer Eisenbahn geträumt, aber daraus habe sich nie ein wirklich heißer Wunsch entwickelt. "Fenster auf und raus", dachte hingegen Ute Kohlhaas aus Waldrach, als sie entdeckte, was einst an Heiligabend in dem großen Paket, das sie noch voller Vorfreude enthüllte, zum Vorschein kam: Ein Nass-Trocken-Staubsauger. "Wie kann ein Mann seiner Frau nur so etwas für den Haushalt schenken", habe sie voller Wut gedacht. "Potthässliche Handtücher" - weiß mit knallroten und giftgrünen Rosen, haben auch Jutta Dostert aus Hetzerath einst absolut sprachlos gemacht. "Die wären besser im Geschäft geblieben", habe sie nur gedacht - und den geschmacklosen Frottier-Artikel daher auch niemals benutzt. "Je abhängiger ich mich dem Geschenkten gegenüber fühle, umso schwieriger ist es, die Enttäuschung zu zeigen", sagt Hildegard Belardi, Psychotherapeutin und Mitglied der Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie. Der Freundin oder dem Freund könne man schon eher mal sagen, dass der röhrende Hirsch nicht den Geschmack des Beschenkten trifft, aber bei der Erbtante sei es schon deutlich schwieriger, unverblümt die Meinung zu sagen. Mit Witz auf hässliche Socken reagieren
Zu den absoluten Flopps unterm Weihnachtsbaum zählen häufig Prestigeschenke, die anstelle der Wunscherfüllung gemacht werden. Und wenn der Schenkende beim Schenken eher an sich selbst gedacht hat, als an den Beschenkten . Falls die Bratpfanne oder hässliche Socken auf dem Gabentisch liegen, rät Hildegard Belardi zu Gelassenheit: "Humor und Souveränität helfen", sagt die Psychologin.