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Eine Schülerfirma als Ausbildungsbörse auf Augenhöhe

Schülerprojekt : Eine Ausbildungsbörse auf Augenhöhe

Das Trierer Schülerunternehmen „JuBiJo“ bringt Betriebe und Jugendliche zusammen, mit Videos von Azubis.

Unternehmen in der Region haben ein Problem: Fachkräftemangel. Und der beginnt mit dem „Kampf um die Talente“, sprich, die Auszubildenden. Egal ob Handwerk, Dienstleistung oder Industrie – alle Branchen suchen händeringend nach Azubis.

Wie kann man Firmen und Jugendliche zusammenbringen? Wo können sich Unternehmen quasi auf Augenhöhe den potenziellen Bewerbern präsentieren? Diese Gedanken machten sich 14 Zwölftklässler des Wirtschaftsgymnasiums an der BBS für Wirtschaft in Trier.

Sie gründeten im Herbst 2019 ihre Schülerfirma JuBiJo und nehmen seither am Junior-Wettbewerb des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln teil. JuBiJo steht für Junior – Ausbildung – Jobs. Nun hatte das Schüler-Unternehmen seine erste Hauptversammlung und berichtete den Anteilseignern über den bisherigen Werdegang.

Vorrangiges Ziel ist es, regionale Firmen zu finden, die auf der Internetseite www.jubijo.de für ihre Ausbildungsplätze werben. „Wir stehen mit elf Unternehmen in Verhandlungen, vier Partner werben bereits auf der Website, unser Ziel bis zu den Sommerferien sind 50 Unternehmen“, sagt Johannes Steilen, einer der drei Vorstände der Schülerfirma.

Das Besondere an JuBiJo sind die selbst produzierten und vereinheitlichten Videos. Azubis der Partner-Unternehmen stellen ihre Firma vor, mit dem Schwerpunkt, was Jugendliche während der Ausbildung erwartet. „Bei uns können sich Jugendliche auf Augenhöhe über die Betriebe und die Ausbildung informieren“, sagt Finn Lamberti, ebenfalls Vorstand von JuBiJo.

Aktuell arbeitet ein Großteil der Schülerfirma in der Akquise von neuen Partnern, zudem werden möglichst viele Jugendliche durch die Aktivität in sozialen Netzwerken auf JuBiJo aufmerksam gemacht.

„Einerseits ist wirtschaftlicher Erfolg eines unserer Ziele, andererseits wollen wir mit unserer Geschäftsidee auch beim Landeswettbewerb am 21. April in Mainz glänzen.

Denn unser großes Ziel ist der Sieg auf Landesebene und dann ein Platz beim Bundeswettbewerb in Berlin“, sagt der dritte Vorstand Bastian Schwarz.  Wie in einem echten Unternehmen wurden verschiedene Abteilungen gegründet, zum Beispiel Verwaltung, Marketing, Finanzen und Social Media. In Kooperation mit einem Trierer Start-up-Unternehmen wurde die Internetseite gestaltet.

Der Aufbau von jubijo.de ist einfach und optimiert für Smartphones: Man kann als Jugendlicher zwischen den Branchen Handwerk, Büro und Handel wählen und erhält dann die Profile (und bald auch Videos) der Unternehmen, inklusive eines direkten Links zur Website oder dem Mailkontakt des jeweiligen Ansprechpartners.

„Da die Profile immer gleich aussehen sollen, sehen wir unsere Website vor allem als Chance für kleinere Betriebe, die sonst eher weniger Möglichkeiten haben, sich den Jugendlichen zu präsentieren“, sagt Steilen.

„Wir sind überzeugt, dass unsere Firma erfolgreich ist“, meint der Vorstand – und wenn alles optimal läuft, wollen die Schüler nach dem offiziellen Projektende von Junior mit den Sommerferien JuBiJo sogar als „richtige“ Firma weiterführen.

Eines haben die Zwölftklässler aber jetzt schon gelernt: wie Wirtschaft und Unternehmen funktionieren, und wie wichtig Teamfähigkeit für den Erfolg ist. „Definitiv haben wir uns also mit Blick auf unser künftiges Arbeitsleben schon weiterentwickelt“, sagt Schwarz.