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Eine Welle der Hilfsbereitschaft in Trier und Trier-Saarburg

Mutmacher : Eine Welle der Hilfsbereitschaft in Trier und Trier-Saarburg

In sozialen Netzwerken, Dörfern und Stadtteilen finden sich derzeit überall Menschen zusammen, die anderen helfen wollen. Und die Netzwerke werden immer dichter.

Der vergangene Freitag hat für viele Menschen das Leben verändert. Spätestens da ist klar gewesen, dass das Coronavirus auch in der Region Trier angekommen ist. Das heißt jedoch nicht, dass die Menschen in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg tatenlos auf das Ende der Pandemie warten. Dazu sagt Thomas Roth, Chefredakteur des Trierischen Volksfreunds: „Bei uns in der Redaktion haben sich immer mehr Menschen mit Hilfsangeboten gemeldet. Kollegen aus der Redaktion haben dann sehr schnell und unbürokratisch am Wochenende die Facebook-Gruppe gegründet.“

Was am Samstagvormittag um 8.42 Uhr mit der ersten Nachricht der Gruppe „Trier hilft sich“ begonnen hat, hat sich inzwischen zu einer Gruppe mit mehr als 4700 Mitgliedern entwickelt. Tendenz steigend. Nahezu unzählbar sind die Angebote, andere Menschen zu unterstützen. Sei es beim Einkauf, sei es beim Ausführen des Hundes oder beim Finden von Beschäftigungen für Kindergarten- und Schulkinder.

Wer seine Hilfsbereitschaft signalisieren will, kann diesen Handzettel ausschneiden, seinen Namen und seine Telefonnummer eintragen und den Zettel bei Nachbarn einwerfen. Er ist auch online unter www.volksfreund.de abrufbar. Bitte achten Sie beim Helfen auf die nötige räumliche Distanz und verteilen Sie den Handzettel nicht wahllos. Foto: Johannes Schramm

Diese schiere Menge an Hilfsbereitschaft muss kanalisiert werden. Inzwischen haben sich Engagierte gemeldet, die vor einer Herkulesaufgabe stehen: Die Beiträge so ordnen, dass Hilfesuchende und Helfer zueinanderfinden. Sozusagen als Partnerseite von „Trier hilft sich“ ist die Gruppe „Coronahilfe Lk Trier/Saarburg“ im sozialen Netzwerk Facebook unterwegs.

Ziel beider Seiten ist es, dass sich in den einzelnen Trierer Stadtteilen und den Städten und Dörfern im Landkreis Trier-Saarburg Menschen zusammenfinden, die in der nun kommenden Zeit gemeinsam für andere da sein wollen. So wie in Gusterath. Dort gibt es inzwischen eine Gruppe, die unter dem Namen „Gute Tat in Gusterath“ firmiert. Marie Schuler ist eine der Aktiven. „Wir sind inzwischen 40 Helfer.“

Die Gruppe hat inzwischen einen Flyer an alle 840 Haushalte verteilt, in dem auf das Angebot hingewiesen und Hilfe angeboten wird. „Bisher ist es noch ruhig“, sagt Schuler. Sie schätzt, dass sich das in der kommenden Woche ändern wird.

Auch in der Stadt Trier formieren sich lokale Gruppen. So kündigt beispielsweise die „Interessengemeinschaft Kürenz – Trierer für Trierer“ ebenfalls ihre Hilfe an. Der Verein war Anfang des Jahres gegründet worden und ist mittlerweile Ausrichter des Kürenzer Maifestes. Ziel des Vereins sei es, karitative Projekte und Menschen zu unterstützen. In ihrer Ankündigung auf Facebook heißt es, dass sie Hilfsbedürftigen in Kürenz, Trier-Nord und Euren helfen wollen. Ähnliche Gruppen haben sich für Heiligkreuz, Pfalzel oder Feyen-Weismark gegründet. Noch nicht überall sind sie fest strukturiert. Doch das wird vermutlich noch kommen.

Foto: TV/Schramm, Johannes

Die Handzettel wie in Gusterath sind der Tatsache geschuldet, dass natürlich nicht jeder Mensch in den sozialen Netzwerken unterwegs ist. Das haben sich auch das Jugendnetzwerk Konz und die Verbandsgemeindeverwaltung Konz gedacht, die eine Seite im Internet als Anlaufstelle für Helfer und Hilfesuchende
(www.ehrensache-konz.de) sowie eine Hotline (06501/940-511) geschaffen haben.

Der Trierische Volksfreund wird dabei helfen, ein Netzwerk der Hilfe auszubauen. Gruppen und Organisationen, die in ihren Gemeinden oder Stadtteilen Hilfsangebote koordinieren, melden sich mit der Angabe des Orts und einer Telefonnummer, E-Mail und/oder der Adresse einer Internetseite unter E-Mail service@volksfreund.de. Die Angebote werden online und im Volksfreund veröffentlicht.