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Eine Zeit mit Höhen und Tiefen

Eine Zeit mit Höhen und Tiefen

Nach 17 "schönen und guten Jahren", wie er es selbst formuliert, hat die Pfarrgemeinde St. Martin nun ihren Diakon, Willi Bertges, in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger wird Karlheinz Lequen.

Schweich. Beim Empfang zur Verabschiedung im Pfarrheim, auf ausdrücklichen Wunsch Willi Bertges "im kleinen Kreis, schlicht und ohne Lobhudelei", wurde deutlich, dass da einer in den Ruhestand geht, der Spuren in seiner Pfarrei hinterlassen hat. Alt-Pastor Josef Koch, mit dem Bertges 15 Jahre lang in einem "guten Miteinander" zusammengearbeitet hat, würdigte das Persönliche, das Profil seines Diakons und die Art und Weise, mit der er seinen Weg gegangen ist. "Immer konsequent mit einem Herz vor allem für die Messdiener, die er betreut und die Kinder, die er in der Schule unterrichtet hat."Engagement in der Seniorenarbeit

Die derzeit mehr als 100 Ministranten der Pfarrgemeinde würden für sich sprechen, meinte der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Joachim Wagner, und dankte Bertges auch für sein Engagement in der Seniorenarbeit, seine vielen Vorträge beim Seniorentreff und die interessanten Kirchenführungen. Niemand in der Gemeinde habe ja eigentlich mitbekommen, dass Willi Bertges, zumindest auf dem Papier, Anfang März in den Ruhestand getreten sei, erinnerte Bruno Schmitz vom Verwaltungsrat. Kommunionvorbereitung, Gottesdienste, Veranstaltungen und Termine hatte der Diakon auch als rechte Hand von Pastor Edwin Prim bis zuletzt wahrgenommen. Humorige Anekdoten in den Abschiedsworten

In Vertretung des bandscheibenlädierten Stadtbürgermeisters wünschte der Isseler Ortsvorsteher, Kurt Heinz, Nachfolger Karlheinz Lequen den Elan seines Vorgängers, der an Allerheiligen gar so schwungvoll die Gräber segnete, dass der Weihwasserwedel in hohem Bogen von dannen flog, was Bertges wiederum dazu veranlasste, künftig nur noch mit Buchs zweigen zu segnen.Mit humorigen Anekdoten aus einer Zeit "mit Höhen und Tiefen" spickte der bekennende Sammler von Kunstgeschichtlichem seine Abschiedsrede, wohl wissend "dass mich hier in Schweich nicht alle immer geliebt haben." Gerne erinnere er sich an die Jugend, die er heranwachsen gesehen hat, an "seine Messdiener", an den Seniorentreff und die Caritasfrauen, an die schöne Gemeinschaft mit den Ordensschwestern und die vielen feierlichen und auch schlichten Gottesdienste in St. Martin und in der Isseler Kapelle. "Wenn Not am Diakon ist, können Sie immer bei mir schellen", versprach er Pastor Prim.Herzliche Willkommensgrüße aus allen Gruppen der Pfarrei galten "dem Neuen", dem 48 Jahre alten, dreifachen Familienvater Karlheinz Lequen, der in Wittlich wohnt, 1993 zum Diakon geweiht wurde und zuletzt für die Pfarreien Reil, Burg, Enkirch und Traben-Trarbach tätig war.