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Kultur: Einfach mal die Perspektive wechseln

Kultur : Einfach mal die Perspektive wechseln

Thomas R. Schmitt regt mit seinem ersten Lyrik-Band an, Ereignisse und Meinungen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten

Schon der Titel „Metanoia – Ändere Deinen Sinn“ macht neugierig – mit seiner Botschaft wie mit seiner Optik. Auf grünlich schimmerndem Schwarz prangen Buchstaben in geheimnisvoll wirkender Schrift. Und auch die Worte, zu lesen von rechts nach links, ziehen magisch an – ganz im Sinne des Autors Thomas R. Schmitt, der auch das Cover seines ersten Lyrik-Bandes selbst gestaltet. Denn die Gedichte des 35-Jährigen verlangen Aufmerksamkeit. Wer sie mit Muße liest und sich darauf einlässt, scheinbar Gegebenes aus ungewohnten Blickwinkeln zu betrachten, ergründet tiefere Bedeutungen. Und damit ist der Leser bereits mitten drin in Metanoia, griechisch für Sinnesänderung und philosophisch betrachtet ein Überdenken von Lebensanschauungen.

Die Wirkung seiner Gedichte verstärkt Schmitt mit stimmungsvollen eigenen Fotos, mit Landschaften und Wolkengebilden in glutroter Abendsonne. Mal stellt er seinen Versen ein dazu passendes Bild gegenüber, mal sucht er für ein Foto nach dem passenden Gedicht. Eine weitere Besonderheit seines im April erschienenen Lyrik-Bandes ist, dass sich in den Versen viel Persönliches verbirgt. Seine Gedichte halfen ihm nämlich dabei, Schicksalsschläge wie den Tod naher Verwandter und von Freunden zu verarbeiten.

Lyrik öffnete ihm den Blick für Dinge jenseits aller negativen Erfahrungen, für „Schönheit und Feinheit im Leben“, die ja immer gegeben seien. Das brachte ihn auch auf die Idee, sein erstes Buch heraus zu bringen. Denn das eine oder andere Gedicht sei ja vielleicht auch für andere hilfreich, begründet er.

 Mit etwa 15 Jahren entdeckte der aus einem Weingut stammende Angestellte einer Weinkellerei Lyrik für sich. Damals fing er an, erste Zeilen aufzuschreiben, was dann für ihn „so eine eigene Magie entfaltete“. Nach Ausbildungen zum Weinküfer und, aus praktischen Überlegungen, zum Bankkaufmann sowie einer Weiterbildung zum Kellermeister kehrte er in die Weinbranche – und zur Lyrik – zurück. Intensiv widmet er sich daher erst seit wenigen Jahren seiner Leidenschaft.

Mittlerweile hat er knapp 500 Gedichte verfasst. Das Schreiben habe einfach angefangen „eine Eigendynamik zu entwickeln“.