"Einigkeit und Recht und ..."

Trier · 47 Menschen haben am Donnerstag im Trierer Rathaus ihre Einbürgerungsurkunde von Oberbürgermeister Wolfram Leibe erhalten. Für viele der letzte Schritt, um das offiziell zu machen, was sie schon lange fühlen: Deutsche zu sein.

Trier. Der Große Rathaussaal ist gut gefüllt. 47 Männer, Frauen und Kinder aus 30 unterschiedlichen Nationen sitzen mit Angehörigen und Freunden an den Tischen, an denen sonst die Mitglieder des Stadtrats Platz nehmen. Sie alle sind eingeladen worden, um an diesem Tag in einem Festakt ihre Einbürgerungsurkunde in Empfang zu nehmen und damit ganz offiziell deutsche Staatsbürger zu werden. Dafür mussten sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen (der TV berichtete am 17. Dezember).
Oberbürgermeister Wolfram Leibe betont, dass der Ort der Zeremonie nicht willkürlich gewählt ist: "Am Dienstag saßen hier noch die Stadtratsmitglieder. Dieser Raum repräsentiert unsere demokratischen Werte." Als Oberbürgermeister einer "bunten, vielfältigen und weltoffenen Stadt" begrüßt Leibe die Entscheidung der Neubürger. Besonders in Hinblick auf das Wiedererstarken von nationalistischem Gedankengut in Europa mache die Entscheidung zur Annahme einer neuen Staatsbürgerschaft deutlich, dass solche Denkweisen längst überholt seien.
Daniel Jakubowski, 23 Jahre und gebürtig aus Polen, freut sich über seine Einbürgerung: "Ich lebe seit neun Jahren in Deutschland und seit fünf in Trier. Ich fühle mich schon längst wie ein Deutscher, nun habe ich es endlich auch auf Papier."
Vanessa Triantafillidou, 13 Jahre, mit bulgarischen und griechischen Wurzeln pflichtet ihm bei: "Da ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, bedeutet mir der heutige Tag sehr viel. Diese Entscheidung gibt mir ein gutes Gefühl. Ich habe mich schon immer als Deutsche gefühlt, jetzt bin ich es auch offiziell."
Für Yacine Fekir (44) aus Algerien sind es besonders die Werte, die Deutschland zu seiner neuen Heimat machen: "Ich bin mit 20 Jahren hergekommen. Die Mentalität ist hier einfach eine ganz andere. Hier kann ich die Freiheit genießen. Ich spüre eine Veränderung und bin einfach glücklich." Es sind unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, die sich alle zu dem gleichen Schritt entschieden haben.
Das weiß auch Leibe, der in Hinblick auf die aktuelle Flüchtlingswelle kommentiert: "Ich freue mich schon darauf, in einigen Jahren hier zu stehen und abermals ganz viele Menschen als Trierer und Deutsche begrüßen zu dürfen." stm