Einkaufsmarkt für Föhren: Vollsortimenter oder Discounter?

Föhren · Föhren bekommt einen Einkaufsmarkt, aber welchen? In einer gut besuchten Einwohnerversammlung stellten Repräsentanten von Rewe und Norma ihre Konzepte vor. Der Gemeinderat entscheidet am kommenden Dienstag.

Föhren. Einkaufen muss jeder, schnell surfen wollen viele. Kein Wunder, dass zur Einwohnerversammlung am Donnerstagabend im Föhrener Vereinshaus etwa 130 Bürger kamen. Die Themen: Errichtung eines Einkaufsmarktes und schnelles Internet.
Wunschlösung Kreisverkehr


Ortsbürgermeisterin Rosi Radant bat zunächst die Repräsentanten von Rewe und Norma, Rainer Vongerichten und Harald Neusser, ihre Konzepte vorzustellen. Standort des Supermarktes wird ein Gelände an der Straße Richtung Bekond sein (L 48), oberhalb des Anwesens Krones. Es soll als Sondergebiet des künftigen Baugebiets In der Acht entwickelt werden.
Die ansiedlungswilligen Marktbetreiber unterscheiden sich hauptsächlich in der Größe und dem Sortiment: Rewe plant ein Vollsortiment auf rund 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche inklusive integriertem Backshop. Discounter Norma möchte knapp unter 800 Quadratmeter Verkaufsfläche bleiben; das Café-Bistro befindet sich nicht im Markt, sondern gleich nebenan. Ähnliche Märkte betreibt Norma in Longuich und demnächst in Hetzerath (Eröffnung 3. August).
Beide Anbieter wollen ausreichend Parkplätze vor dem Markt schaffen. Unterschiede gibt es bei den Öffnungszeiten und dem Betriebskonzept: Rewe will von montags bis samstags von 7 bis 22 Uhr öffnen, Norma von 8 bis 20 Uhr, wobei laut Neusser auch flexiblere Öffnungszeiten möglich sind. Der Café-Bereich soll bei beiden sonntags geöffnet sein.
Als Betreiber bei Rewe steht Frank Schnell in den Startlöchern. Er führt in Speicher einen Markt und möchte nach diesem Vorbild auch in Föhren verstärkt Produkte aus regionaler Erzeugung anbieten. In Anbetracht der Marktgröße und den Bedientheken ist die Anzahl der Arbeitsplätze, die Rewe schaffen möchte (rund 55) höher als bei Norma (rund zehn). Vorteil des kleineren Anbieters: Die Gemeinde muss nicht so hohe Planungshürden überwinden, in einem Jahr könnte der Markt in Betrieb sein. Bekäme Rewe den Zuschlag, müsste Föhren ein Einzelhandelskonzept aufstellen, bei Norma nicht. Eine Entscheidung trifft der Rat am Dienstag, 14. Juli, im Gasthaus Tschepe-Knötgen (ab 20 Uhr). Ziel der Gemeinde ist es, den Markt und das Gewerbegebiet Steinhäufchen über einen Kreisverkehr anzubinden.
Im weiteren Verlauf des Abends informierte Andreas Loch von RWE über den Breitband-Ausbau in Föhren. Nach den Sommerferien sollen auf fünf Kilometer Länge Glasfaserkabel eingezogen werden. Ein Jahr später könne jeder Haushalt über schnelles Internet (mindestens 50 Mbit) verfügen, so Loch. alf