Einmal Mord auf Bestellung

Man nehme ein potentielles Opfer, füge einen Tatort, Indizien sowie Verdächtige hinzu und garniere das Ganze mit jeder Menge Ideen sowie zwei schrägen Ermittlern. Heraus kommt der höchst unterhaltsame Krimiabend: "Bei Zuruf: Mord!"

Trier. In der Ecke lehnt eine Gitarre, im Hintergrund sind zwei vollbehangene Kleiderständer sowie ein paar Stühle und eine Tafel zu sehen. Viel mehr benötigen die sechs Schauspieler von sponTat nicht, um an einem Abend einen einzigartigen Krimi zu zaubern - mit tatkräftiger Hilfe des Publikums, versteht sich, denn es handelt sich ja schließlich um Improvisationstheater. Bei Zuruf: Mord! heißt der "Impro-Krimi" im ausverkauften kleinen Saal der Tufa.
"Ganz wichtig - wir brauchen Ihre Ideen", betont Hannah Swoboda, die ihr Publikum zu Beginn mit Lockerungsübungen in Stimmung bringt. So wurden vor der Veranstaltung bereits ausgefallene Mordarten gesammelt. Allmählich nimmt die Geschichte Gestalt an: Larissa Zack, 25, Studentin der Sinologie, begeisterte Hiphopperin und Bienenzüchterin (Susanne Buck), wird im Sushi-Restaurant in der Treviris-Passage von einer Machete geköpft aufgefunden. War es die ehrgeizige Mit-Hiphopperin Bettina (Karin Jostock), der lüsterne Hausmeister Krause (Dietmar Heylmann) oder die fanatische Nordkoreanerin Kim il Alt (Karin Pütz), die Larissas Bienen für ihr Kampfdrohnengeschwader will? Unter herzhaften Lachern des Publikums beginnen die lispelnde Kommissarin Penelope-Bärbel Fernandes (Hannah Swoboda) und ihr Assistent Pepe (Max König) zu ermitteln, wobei Gitarrist Kalle Buchheit gekonnt für die musikalische Untermalung sorgt.
Hier zeigt sich die ganze Stärke des Improvisationstheaters: Immer wieder klatscht ein Mitspieler den anderen ab, nimmt den Satz oder die Geste auf und formt die Story nach seinen Ideen weiter. Diese sind höchst originell, ebenso wie die Indizien aus dem Publikum: eine Ananas, eine Wunderlampe und eine Elefanten-Unterhose. Sie alle werden perfekt in die Story verwoben. Die Besucher geben Tipps ab, wer der Täter ist, der eingangs per Los ermittelt worden war: Siehe da, es war der zurückgewiesene Hausmeister.
Überzeugend geflucht


"Der große Vorteil des Improvisationstheaters ist, dass man sich vieles ausdenken oder auf Zuruf machen kann", sagt Hannah Swoboda, die sponTat vor acht Jahren gegründet hat. "Man setzt sich einem Risiko aus - aber das ist auch das Faszinierende daran." Das erleben die Zuschauer auch so: "Mir hat es sehr gut gefallen, dass so spontan reagiert wurde", sagt Cindy Fuhr aus Freisen. "Das Zusammenspiel der ganzen Gruppe ist sehr gut."
Einem jungen Paar aus Trier gefiel der lokale Bezug gut, vor allem die trierischen Schimpfwörter: "Auf jeden Fall empfehlenswert!", ist sein Fazit. DQ

Am 4. Mai ist eine weitere Aufführung, am 30. Juni gibt es einene Improvisations-Workshop im fidibus-zentrum. Informationen auch im Internet unter der Adresse www.spontat.de