Einmal über den Tellerrand schauen

Einmal über den Tellerrand schauen

Fünf ausländische Jugendliche aus Ruanda, Rumänien und Bolivien, die zur Zeit einen Freiwilligendienst in der Region leisten, sind zu Besuch im "Weltladen" in Föhren. Dadurch haben sie die Möglichkeit zum kulturellen Austausch mit den jugendlichen Mitarbeitern des Ladens.

Trier. (red) "Muraho", "Salut", "Buen dia" - ungewohnte Begrüßungsworte waren zu hören, als die "Weltladen-Jugendlichen" aus Föhren ihre Gäste willkommen hießen. Eingeladen hatten sie die Jugendlichen, die sich im Weltladen bei der Aktion "Drei Prozent" engagieren.

Die neun Mädchen und Jungen aus Föhren und Schweich treffen sich regelmäßig seit über einem Jahr. Begleitet werden sie dabei von erwachsenen Weltladenmitarbeiterinnen wie Gertrud Thielen. "Die Jugendlichen sind eine echte Bereicherung für uns", sagt sie. "Interessiert, motiviert und zuverlässig sind sie bei Ladendiensten, Aktionen und den Treffen dabei."

Diese Treffen bieten den "Weltladen-Jugendlichen" die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen. Sie lernen die Lebensumstände der Menschen in den südlichen Ländern und den fairen Handel kennen. Außerdem bekommen sie die Chance, wie an diesem Tag, Menschen aus anderen Ländern zu begegnen und sich mit ihnen auszutauschen.

Nach einer ersten Vorstellungsrunde zeigt Marie-Therese den anderen Jugendlichen die typische Begrüßungsgeste aus ihrem Heimatland Ruanda, und alle begrüßten sich daraufhin gegenseitig mit "Muraho".

In Interviews werden die ersten Gemeinsamkeiten untereinander entdeckt. "Ich backe gerne", antwortet Marika (15) auf die Frage nach ihrem Hobby. Und bald ist sie mit Gabriela aus Bolivien in den Austausch über Lieblingskuchensorten vertieft, denn auch die ist eine begeisterte Kuchenbäckerin. Martin (13) und sein bolivianischer Interviewpartner Juan tauschen sich über ihr Alter und die Anzahl ihrer Geschwister aus und stellen dabei viele Unterschiede fest.

Der anschließende Besuch im Weltladen ist beeindruckend für die Gäste. "Ich finde es toll, dass ihr euch für mein Land interessiert und durch eure Arbeit mithelft, dass es den Menschen besser geht", würdigt Gabriela das Engagement der Jugendlichen. Beim Rundgang durch den Laden finden besonders die Produkte aus den Ländern der Gäste Beachtung. Marie-Therese freut sich, als sie einen Korb aus ihrem Land Ruanda in den Händen hält. Für Juan, Pamela und Gabriela suchen die Jugendlichen Waren aus Bolivien wie Kakao und Schokolade aus dem Sortiment heraus. Beim nächsten Treffen der "Weltladen-Jugendlichen" im September sind die ausländischen Gäste wieder dabei. "Ich freue mich schon darauf", sagt Anna (13). "Und jetzt weiß ich ja auch schon, was ich zur Begrüßung sagen muss."

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