Einsatz bis zum Morgengrauen

Ein Holz-Wohnhaus im Kleinicher Ortsteil Götzeroth (Kreis Bernkastel-Wittlich) ist in der Nacht zum Mittwoch bei einem Brand fast vollständig zerstört worden. Mehr als 100 Einsatzkräfte, davon 95 Feuerwehrleute, bekämpften die Flammen.

Kleinich-Götzeroth. 2.28 Uhr: Sirenengeheul weckt die Bürger im beschaulichen Götzeroth und in Kleinich. Gleichzeitig werden auch die Feuerwehrleute der Stützpunktwehr aus Kues und einige Noviander mit ihren Piepsern aus dem Schlaf gerissen: "Gebäudebrand in Götzeroth" teilt die Leitstelle in Trier über Funk mit.

Kaum sind die ersten Wehrleute zu ihren Feuerwehrhäusern gehetzt, wird auch schon Großalarm ausgelöst. Nachein ander alarmiert die Feuerwehr Einsatzkräfte aus Longkamp, Fronhofen, Irmenach, Hochscheid, Morbach, denn sofort ist klar: Das ist kein kleiner Brand.

Als die ersten Helfer an der Einsatzstelle ankommen, schlagen schon meterhohe Flammen aus dem Dach des Hauses, so berichtet es Karl-Heinz Hepp, der Pressesprecher der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues später. Aber auch eine Stunde nach dem Beginn der Löscharbeiten lodert das Feuer. Flammen stechen aus den Fenstern und aus dem, was vom Dach des Holzhauses übrig geblieben ist.

Während rund 95 Feuerwehrleute (die Morbacher haben auf halbem Weg wieder abdrehen können), nicht nur gegen das heiße Feuer, sondern auch gegen die klirrende Kälte von minus 18 Grad kämpfen - das Wasser droht in den Schläuchen und Hydranten zu frieren - kümmern sich die Anwohner mit heißen Getränken um die Einsatzkräfte.

Die Familie, die im Haus wohnt, ist schon lange in Sicherheit, passiert ist ihr nichts. Einer der Bewohner hatte den Brand nach Angaben der Feuerwehr selbst bemerkt und lief umgehend zu seinem in der Nachbarschaft wohnenden Vater. Die beiden alarmierten dar auf sofort die Feuerwehr.

Gegen 4 Uhr am Morgen kann Thomas Edringer, der Wehrleiter der VG Bernkastel-Kues, endlich melden, dass der Brand endgültig unter Kontrolle ist - gelöscht sein wird das Feuer aber erst rund zwei Stunden später.

Auch die Polizei aus Morbach und die Kriminalpolizei aus Idar-Oberstein sehen sich schon am Ort des Geschehens um. Was wie und warum passiert ist, weiß Gerd Rausch von der Kripo noch nicht. "Wir ermitteln jetzt natürlich in alle Richtungen", sagt er und verschwindet wieder in die Nähe des verwüsteten Gebäudes.

Den Schaden beziffert die Polizei am Mittwochnachmittag auf 250 000 Euro. Der ideelle Wert des noch nicht so alten Familienhauses aus Holz ist aber natürlich nicht abzuschätzen.

Zur Brandursache erklären die Brandermittler der Kripo in Idar-Oberstein am Mittwoch, es handele sich weder um einen technischen Defekt noch um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit - ohne eine weitere konkrete Angabe zu machen.