Einsatz für gewohnten Schulweg

Trier · 200 Unterschriften gegen die Osttrasse: Lara Schönhofen und Jonas Schieffer wollen es nicht hinnehmen, dass die Stadtwerke Trier (SWT) die Buslinie 7 über die Weberbach und die Ostallee umleiten (der TV berichtete mehrfach). Die beiden Sechstklässler des Humboldt-Gymnasiums wurden aktiv - und verzeichnen zumindest einen Teilerfolg.

Trier. Seit sie ins fünfte Schuljahr kamen, fahren Lara Schönhofen (11) und Jonas Schieffer (11) jeden Tag mit der Buslinie 7 von Kernscheid zum Trierer Humboldt-Gymnasium (HGT) und zurück. Für die Sechstklässler war es ein Schock, als sie vor den Sommerferien erfuhren, dass die Linie 7 ab Dezember 2014 über die Weberbach und die Ostallee zum Hauptbahnhof fahren wird: "Wir konnten es nicht glauben, dass unser Bus nicht mehr direkt am HGT vorbeifahren soll. Schließlich haben wir uns für das HGT unter anderem aufgrund der günstigen Anbindung entschieden", sagt Lara Schönhofen. Eine Verlegung der Linie 7 durch die Weberbach bedeute einen längeren Schulweg und damit mehr Zeitaufwand: "So pünktlich wie jetzt werden wir nicht mehr nach Hause kommen", meint Jonas Schieffer. Rund 500 Meter liegt ihre neue Haltestelle an den Kaiserthermen vom HGT entfernt.
Beide Schüler wollen sich der Umlegung der Linie 7 nicht beugen. Sie haben eine Unterschriftenaktion gegen die Änderung gestartet. "Wir haben uns morgens im Bus darüber unterhalten und kamen auf die Idee, selbst aktiv zu werden", erzählt Lara. Sie und Jonas sprachen bei jeder Busfahrt Leute an, die ebenfalls auf die jetzige Strecke der Linie 7 angewiesen sind. Zusätzlich verteilten sie unter ihren Freunden Listen, die auch an anderen Schulen wie dem Angela-Merici-Gymnasium oder der Nelson-Mandela-Realschule plus Unterschriften sammelten. "Die Schüler der Nelson-Mandela-Realschule haben einen noch größeren Nachteil als wir, da ihr Weg zur Bushaltestelle bereits länger als unserer war. Nun wird er sich mehr als verdoppeln", sagt Jonas.
Bisher sind rund 200 Unterschriften zusammengekommen, die die Schüler den Stadtwerken übergeben wollen. Die Passanten hätten positiv reagiert und mit ihrer Unterschrift gerne die Aktion unterstützt, berichtet Lara: "Viele waren beeindruckt von unserem Engagement und fanden unseren Einsatz für die jetzige Route der Linie 7 notwendig."
Laras Mutter Petra Schönhofen ist stolz auf den Einsatz der Kinder: "Ich finde es wichtig, dass Lara und Jonas nicht alles hinnehmen, was entschieden wird. Dabei unterstütze ich beide, so gut ich kann." Jonas\' Mutter Simone Schieffer fügt hinzu, sie sei überrascht, wie die Kinder auf fremde Menschen zugingen: "Ihr Engagement ist bewundernswert und fördert ihr Selbstbewusstsein."
Während der Unterschriftenaktion meldeten die SWT, dass morgens die Linie 7 für den Schulverkehr zweigeteilt wird. Einige Busse fahren somit weiter am HGT vorbei, was Laras und Jonas\' Einsatz jedoch nicht stoppt: "Wir sind erleichtert, dass wir morgens direkt mit dem Bus zur Schule kommen. Doch unser Ziel ist es, das gesamte Vorhaben der Stadtwerke rückgängig zu machen."