Einsatz für soziales Wohnen

Grund zur Freude hat die Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg. Sie feiert ihr 25-jähriges Bestehen am Samstag in der Trierer Arena. Zu Gast sind unter anderem Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die Mundart-Band Leiendecker Bloas. Gegründet wurde die Wohnungsgenossenschaft 1991, um alte Kasernengebäude zu übernehmen. Heute verwaltet sie mehr als 610 Wohnungen.

Trier-Nord. Ein Fest ist nicht genug: Nachdem die Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg (Wogebe) ihr 25-jähriges Bestehen bereits im März im kleineren Kreis gefeiert hat (der TV berichtete), folgt am Samstag ein großes, öffentliches Fest in der Trie rer Arena. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wird ein vielseitiges Programm geboten, zu dem unter anderem ein Auftritt der Trierer Mundart-Band Leiendecker Bloas gehört (siehe Extra). Auf dem Fest wird auch die neue Broschüre der Wogebe "Engagiert für Trier-Nord" vorgestellt.Eine Straße als Namensgeber


Die Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg wurde 1991 gegründet. Initialzündung und erstes Projekt waren die ehemaligen Kasernenblocks in der Straße Am Beutelweg, die der Genossenschaft auch ihren Namen gaben. Die Gebäude, in denen damals rund 300 Menschen lebten, waren in desolatem Zustand und standen zum Verkauf. "Die Bewohner waren beunruhigt und befürchteten, aus den Wohnungen verdrängt zu werden, wenn diese von einem privaten Investor gekauft werden. Also wurde die Genossenschaft gegründet. Sie übernahm die Gebäude und setzte sie instand", erzählt Herbert Schacherer, seit 2007 Geschäftsführer der Wogebe. "Zu Beginn war die Genossenschaft nur zur Verwaltung dieser Wohnungen gedacht. Doch das Potenzial war da. Weitere 500 bis 600 Wohnungen waren in ähnlich schlechtem Zustand. Da war die Frage: Warum nicht einfach weitermachen?"
Seit ihrer Gründung setzt sich die Wohnungsgenossenschaft für die Schaffung von günstigem Wohnraum ein. Die Wogebe betrachtet sich in Trier, wo die Mieten "außergewöhnlich stark steigen" (Zitat aus der Wogebe-Broschüre "Engagiert für Trier-Nord"), auch als Vertreter der Benachteiligten: Etwa die Hälfte der Bewohner der Wogebe-Wohnungen lebten bei der letzten Erhebung 2011 von Arbeitslosengeld oder Grundsicherung. Aktuell befinden sich 610 Wohnungen im Besitz der Wogebe. Mehrmals gab es in der Geschichte der Genossenschaft finanzielle Engpässe. Nach der Insolvenz eines Wogebe-Tochterunternehmens 2006 wurde zwei Jahre darauf ein auf 15 Jahre ausgelegtes wirtschaftliches Sanierungskonzept entwickelt, mit dem das Fortbestehen der Wogebe gesichert wurde.
Zuletzt schloss die Genossenschaft 2015 die Arbeiten an 21 Wohnungen in der Thyrsusstraße ab. Dabei wurden die Bewohner von Anfang an in die Planungen miteinbezogen.
Ab Mitte 2017 sollen weitere 35 Wohnungen in der Thyrsusstraße gebaut werden, berichtet Geschäftsführer Schacherer. Gemeinsam mit dem Pflegedienst habe man das Wohnkonzept unter dem Namen "Wohnen im Quartier" erarbeitet. Die neuen Wohnungen, die ab Anfang 2019 bezugsfertig sein sollen, orientierten sich in erster Linie an den Bedürfnissen älterer Menschen, inklusive eines 24-Stunden-Bereitschaftsdiensts für pflegebedürftige Bewohner. Für Schacherer steht aber auch fest: "Die Wohnungen sollen für alle Bevölkerungsgruppen offen stehen. Auch Familien sind natürlich willkommen."Extra

Das Programm beim Jubiläumsfest der Wogebe am Samstag, 24. September, in der Arena Trier: 13.30 Uhr: Empfang 14 Uhr: Grußworte von Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bürgermeisterin Angelika Birk und Markus Nöhl, Vorsitzender des Bürgerhauses Trier-Nord. Musik von der Bachband Trier 15 Uhr: Rückblick auf 25 Jahre Wohnungsgenossenschaft mit der Theatergruppe Rhythm & Stop 15.30 Uhr: Rede von Reinhard Thies, unter anderem Geschäftsführer der Wohnbau Gießen. 16 Uhr: Würdigung ehrenamtlicher Mitglieder mit Umtrunk, Kaffee und Kuchen und Kinderprogramm 18.30 Uhr: Konzert der Leiendecker Bloas red/daf