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Eintritt frei, 24 Stunden geöffnet

Eintritt frei, 24 Stunden geöffnet

Der Internationale Tag des Waldes am 21. März wurde vor rund 30 Jahren als Reaktion auf die weltweite Waldvernichtung ins Leben gerufen. In diesem Jahr fällt er auf ein Wochenende - fast jeder hätte also Zeit, in den Wald zu gehen. Denn nicht nur den Regenwald, auch den heimischen Wald gilt es zu schützen und zu schätzen.

Trier. Weltweit verschwinden jährlich rund 20 Millionen Hektar Wald, das ist eine Fläche mehr als halb so groß wie Deutschland. Deshalb rief die Welternährungsorganisation (FAO) Ende der 70er Jahre den Tag des Waldes ins Leben. Ein Konstrukt von vor 30 Jahren, das ausgedient hat? "Nein", findet die Trierer Revierförsterin Kerstin Schmitt. "Der Tag des Waldes am 21. März ist genauso wichtig wie der Tag des Baumes am 25. April." Wälder sind Lebensraum für Tiere, sichern hochwertiges Trinkwasser, liefern nachhaltig den Rohstoff Holz, dienen dem Hochwasserschutz und sind vor allem Erholungsgebiet - und zwar bei freiem Eintritt und mit Öffnungszeiten rund um die Uhr.

Rund 2400 Hektar groß ist die Waldfläche der Stadt Trier, unterteilt in die zwei Forstreviere Weisshauswald/Pfalzel und Ehrang, dazu kommen noch der Mattheiser Wald, für den das Land zuständig ist, und private Flächen, die größte davon ist im Besitz der Vereinigten Hospitien. Es gibt einen hohen Anteil an Mischwäldern, "die sind widerstandsfähiger als Monokulturen", sagt Schmitt. Und auch wenn die Werte der Schäden für Trier unter dem Landesdurchschnitt liegen, die Förster alles für die Vitalität und Stabilität des Waldes tun: Symptome des Waldsterbens gibt es auch hier. Und die lassen sich vom Laien ganz einfach durch einen Blick in die Baumwipfel ausmachen: Die Krone wird lichter, Blätter und Nadeln fehlen. Ist ein Baum erst einmal angegriffen durch Schadstoffe oder hohe Ozonwerte, ist er anfälliger für Folgeschäden - Schädlinge, Stürme, extreme Wetterverhältnisse, Trockenperioden, die seit einigen Jahren immer häufiger auftreten. Das bestätigt Schmitt.

Waldränder wurden aufgelockert



Eine Maßnahme: Die Trierer Förster haben vor Jahren begonnen, die Waldränder aufzulockern, damit sie nicht als grüne Mauer große Angriffsflächen bieten. Neben der Nutzung des Waldes als Lieferant von Holz als nachhaltiger Rohstoff sei es aber wichtig, Biotope zu erhalten, der "Natur Platz zu geben, wo sie sich austoben kann", Gebiete auszuweisen, wo der Wald nicht "aufgeräumt" und in seinem "Urzustand" belassen wird. Nicht nur für die Artenvielfalt. Imagewerbung für den Wald vor der Haustür betreibt Kerstin Schmitt gern. Es gibt das informative Haus des Waldes und Waldführungen - kostenlos für Kindergärten und Schulen. Vom Forstamt Trier wird es einen Veranstaltungskalender rund um den Wald geben, und die Försterin und ihre Mitarbeiter erarbeiten einen "Wald-Knigge" für das Internet-Angebot über den Trierer Stadtwald. Der richtet sich an den gesunden Menschenverstand, denn von einem "Verbotsschilder-Wald" hält Kerstin Schmitt nichts.

Infos unter www.wald-rlp.de.EXTRA Respekt und Rücksicht: Jeder sollte sich im Wald ruhig verhalten. Hundebesitzer nehmen Vierbeiner an die Leine. Rauchen ist verboten. Ihren Müll nehmen Waldbesucher wieder mit - auch Gartenabfälle sind Müll, Mountainbiker bleiben auf breiten Wegen. Für Fußgänger ist es zwar erlaubt, querfeldein durch den Wald zu stapfen, aber um die Tiere nicht zu stören, sollte man besser die Wege nicht verlassen. Es ist zu beachten, wenn Wege abgesperrt sind. Früchte des Waldes dürfen nur für den persönlichen Gebrauch gesammelt werden, aber nicht, wenn die Art geschützt ist. Nicht zuletzt kann jeder Bürger durch Einsparen von fossilen Brennstoffen und durch reduzierte Autofahrten - etwas zur Gesunderhaltung des Waldes beitragen. (cofi)