Einzelhändler lehnen freiwillige Lösung ab

Einzelhändler lehnen freiwillige Lösung ab

Freiwillige Abgabe statt Bettensteuer: Dieser Vorschlag des Hotel- und Gaststättenverbands stößt bei Einzelhändlern auf wenig Gegenliebe.

Trier. 100 000 Euro bietet der Landesverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) als freiwillige Abgabe an, um eine geänderte Bettensteuer oder Fremdenverkehrsabgabe in Trier zu verhindern (TV-Bericht vom 10. Dezember). Dieser Vorschlag, ins Spiel gebracht von Dehoga-Chef Gereon Haumann (Horath, Kreis Bernkastel-Wittlich), stößt bei Einzelhandelsvertretern aus der Stadt Trier auf Ablehnung. Denn Haumann hatte vorgeschlagen, einen gemeinsamen Tourismus-Pott zu bilden. Neben den 100 000 Euro (das wären 25 Euro pro Jahr pro Hotelbett in Trier) sollte demnach der Einzelhandel ebenfalls 100 000 Euro und die Stadt Trier weitere 200 000 Euro dazu beitragen.
"Der Einzelhandel in Trier praktiziert seit vielen Jahren das freiwillige Modell", sagt Alfred Thielen, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Region Trier. Nichts anderes seien ja die Zahlungen von Einzelhändlern an die City Initiative. Thielen: "Wer zahlt denn P&R an den Adventssamstagen, wer zahlt denn die Weihnachtslichterwerbung? Und wer bezahlt die zahlreichen Veranstaltungen, die die Stadt Trier für den Tourismus attraktiver machen. Doch fast ausschliesslich der Einzelhandel!" Damit liegt er auf einer Linie mit der City-Initiative. Vorsitzender Michael Cornelius sagt: "Der Vorschlag des Dehoga ist kein gangbarer Weg. Die City Initiative erfüllt ja bereits genau diesen Zweck: mit Veranstaltungen die Leute in die Stadt locken."
Auch Einzelhändler melden sich zu Wort. Georg Kern, Geschäftsführer des Musikhauses Reisser, findet, der Dehoga solle sich für das Angebot von 25 Euro pro Bett und Jahr schämen. Kern: "Wenn Herr Haumann tatsächlich Verantwortung für die Kommunen übernehmen will, hätte er längst seinen Mitgliedern den Vorschlag unterbreitet, die Einsparungen bei der Mehrwertsteuerreduzierung für Übernachtungen in diesen gemeinsamen Topf einzuzahlen." mic